In meiner Eigenschaft als SharePoint Berater diskutiere ich mit vielen Leuten über SharePoint und Collaboration im Allgemeinen. Für die nicht technischen Gesprächspartner ist Microsoft Office SharePoint 2007 meist ein Fremdwort. Elektronische Zusammenarbeit aber auch. In diesem Zusammenhang möchte ich den Blogpost „Warum scheitern SharePoint Projekte“ noch einmal aufnehmen und von einer anderen Seite her beleuchten. Nämlich unter dem Aspekt, warum SharePoint Projekte gar nicht erst gestartet werden! Hier eine kleine Sammlung von Antworten die ich kriege, wenn ich Kunden das erste Mal von Collaboration erzähle.
1. Klingt gut, aber unsere interne Kommunikation funktioniert seit Jahren sehr gut.
2. Aha! Ein Dokumentenlenkungs- und Archivierungssystem wird bei uns auch gerade geplant. (Nach einer Demo von MySite)
3. Was soll dabei herauskommen, wenn unser Portier Einträge in ein Wiki macht? (Antwort auf ein cleveres MOSS Konzept von Jussi (eConcierge) und einen super Code dazu von Holger)
4. Wir, die Firma XY, sind in der Branche bekannt dafür, nicht jeden IT-Hype blindlings umzusetzen. (Nach einer Präsentation eines Slidedecks namens „the new way of work“ mit VoIP und Collaboration.)
5. In unserer Firma haben wir eine vierteljährlich erscheinende Mitarbeiterzeitung. Diese informiert über die wichtigsten und aktuellsten Vorgänge im Betrieb. Meist schreibt sogar unser Direktor das Editorial.
6. Wir haben ja schon ein schwarzes Brett im Eingangsbereich der Abteilung. (Nach dem Vorschlag, Holgers Blackboard Web Part beim Kunden zu aktivieren)
7. Bei uns sind die Führungskräfte der Abteilungen für die Informationsverteilung und Gesprächsorganisation zuständig.
8. Das Intranet würde so nur zum Medium für Kaffeetratsch und zu einer Tauschbörse für privaten Kram. (Nachdem ich mit meinem Gesprächspartner über eine Art Facebook auf SharePoint gesprochen habe. Zugegeben, was soll ich mit „super poke“ gegenüber meinem Manager?)
9. Unser aktuelle Umsatz- und Gewinnsteigerungen der letzten Jahre sind im Plan. Erzählen Sie uns also nicht wie „die Zukunft der Arbeit“ aussehen wird, das wissen wir selber besser. (Nach einer Präsentation eines Slidedecks namens „the new way of work“)
10. Klingt sehr spannend. Aber das brauchen wir alles nicht, da wir keine Info Worker sind, sondern in der Verwaltung tätig sind.
Vielleicht habe ich meine Botschaft nicht richtig rüber gebracht. Auf jeden Fall muss man sich bei solchen Antworten schon überlegen, wie man seriös aus der Diskussion rauskommt ohne alles noch einmal zu wiederholen.
Selber schon auf haarsträubende Antworten zum Thema „wir brauchen keine Collaboration“ gestossen? Postet sie hier…
PS: Hier eine inoffizielle Antwort die vielfach nur geflüstert wird:
Wir, die Mitarbeiter, sind stets bemüht, uns so wenig wie möglich zu engagieren, so wenig wie möglich aufzufallen und die zugewiesene Arbeit über den ganzen Tag zu strecken. SharePoint ist demnach für uns extrem kontraproduktiv und dringend zu vermeiden.


Kommentar abgeben