21.02.2008 – SharePoint-Konferenz in Frankfurt – Tag 3 und Round-Up

Die SharePoint-Konferenz liegt schon ein paar Tage hinter mir – Zeit also für den Rückblick auf den letzten Tag und mein persönliches Fazit über die SharePoint-Konferenz 2008.

„Ende gut, alles gut“ – so war es auch an der SharePoint-Konferenz. Am letzten Tag kam endlich der Vortrag, auf den ich die ganze Zeit gewartet habe: die Präsentation von Mario Thiessenhusen und Sebastian Aufleiter von Microsoft Consulting Services zum Thema „SharePoint-Projekte mit ganzheitlichem Ansatz“.

Die beiden haben (unter anderem) ein ganzheitliches Vorgehensmodell für die Einführung von SharePoint präsentiert, das exemplarisch aufzeigt (vgl. die beiden Grafiken):

  • aus welchen Rollen sich ein ganzheitliches Projektteam zusammensetzt
  • welche Aufgaben und Verantwortungen die jeweiligen Rollen wahrzunehmen haben
  • welche Inputs und Ergebnisse jede Rolle in welcher Projektphase zu liefern hat

Vorgehensmodell1_5.jpg       Vorgehensmodell2_4.jpg     

Das Vorgehensmodell ist von Microsoft Consulting Services entwickelt worden und befindet sich noch in der Testphase. Aber es liegen schon genug Details vor um zu erkennen, dass das Vorgehensmodell mit seinem Fokus auf einen sauberen Business Case als Startpunkt für ein SharePoint-Projekt einen der Hauptschwachpunkte vieler SharePoint-Projekte anpackt: nämlich dass SharePoint-Projekte häufig IT-getrieben sind und ein von den Anwendern/Fachabteilung miterarbeiteter und mitgetragener Business Case fehlt.

Thiessenhusen und Aufleiter haben klar gemacht, dass am Anfang eines jeden SharePoint-Projekts zuerst einmal das Verstehen stehen muss (genau was ich in meinem Blogbeitrag vom 2. Tag gefordert habe!!!). Der Anwendungskontext der zukünftigen SharePoint-Lösung muss analysiert und hinterfragt werden. Bestehende Strukturen und Prozesse müssen aufgenommen und wo notwendig/sinnvoll überarbeitet und neu gestaltet werden. Natürlich ist es unrealistisch, sich ein SharePoint-Projekt linear vorzustellen – zuerst Analyse dann Umsetzung. Vielmehr wird es wohl ein zirkulärer Prozess sein, der über die gesamte Projektlaufzeit läuft. Aber entscheidend fand ich das klare Commitment von Thiessenhusen und Aufleiter, womit zu beginnen ist: mit der Fachabteilung und dem Business Case.

Nach diesem packenden Vortrag war ich versöhnt mit den Höhen und Tiefen der Konferenz und ich konnte zufrieden nach Hause reisen. Und heute, drei Tage nach der Konferenz kann ich auch mein persönliches Fazit über die SharePoint-Konferenz ziehen:

  1. Es braucht eine hohe Frustrationstoleranz (was zugegebenermassen nicht meine Stärke ist…). Auf zwei Vorträge, die die geweckten Erwartungen nicht erfüllen, kommt ein Vortrag, der anregt, Fragen und Zweifel ausräumt und neue Einsichten vermittelt.
  2. Collaboration ist immer noch ein IT-Thema. Das Business hat dieses strategische Thema noch nicht aufgenommen und besetzt. Da haben wir von der IT noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
  3. Die organisatorischen und kulturellen Veränderungen, die durch die Kommunikations- und Kollaborationstechnologien ausgelöst werden, sind immer noch höchstens Randthemen. Es dominieren die technischen Aspekte. Hier muss die IT dazulernen und ein ganzheitliches Projektvorgehen entwickeln.

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