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Ein Teil dieses Podcasts würde die Bevölkerung verunsichern – SharePoCalypse 29

SharePocalypse 29 - Netz Zombies aus Paris

Im Nachgang zu den Terroranschlägen von Paris erwachen die Netz-Zombies und erzählen der Bevölkerung (ohne Beweise zu liefern) die abstrusesten Thesen warum ohne Verschlüsselung, ohne Anonymität und ohne Herr Snowden die Anschläge von Paris nie passiert wären. Microsoft und T-Systems bauen Cloud Daten Rechenzentren in Deutschland. Hetzner erklärt wie die Tier-1 Carrier die Netzneutralität verletzten.

 

Die Netz-Zombies aus Paris

Wie soll man auf die Anschläge von Paris reagieren? Neben militärische Antworten und die Schliessung der Schengen-Grenzen erhoben sich die Netz-Zombies wieder wieder von den Toten mit den ewigen Themen rund um Datensammlungen und Geheimdienste. Die Besten Wortmeldungen waren vom EU-Parlament „Mehr Fluggastdaten sollen gegen Terror helfen“ und vom EU-Digitalkommissar Oettinger „Gerade wir in Deutschland sollten endlich unser Grundmisstrauen gegenüber Geheimdiensten ablegen“. Das gerade ihr in Deutschland das Grundmisstrauen gegenüber Geheimdiensten nicht ablegen sollt zeigt ja der „Geheimdienst-Untersuchungsausschuss“. Wenn man die diese Transkriptionen liest würde man eher das Grundmisstrauen gegenüber der Scharia ablegen.

Geheimdienste sind die einzigen Organisationen, die öffentliche Lobbyarbeit betreiben, ohne konkrete Belege für die Richtigkeit ihrer Behauptungen liefern zu müssen. So auch bei diesem Anschlag. Der Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, liess Stunden nach dem Anschlag verlauten: „Wenn Edward Snowden den globalen Spähapparat der NSA und ihrer Verbündeten nicht offengelegt hätte, wären die Anschläge von Paris womöglich verhindert worden“. Als Antwort darauf schrieb der Datenschutz-Aktivist Glenn Greenwald: „Die Snowden-Enthüllungen waren nicht bedeutend, weil sie den Terroristen gezeigt haben, dass ihre Kommunikation überwacht wird“, schrieb er auf dem Onlineportal „The Intercept“. Das sei ohnehin bekannt gewesen. „Die Enthüllungen waren bedeutend, weil sie der Welt gezeigt haben, dass die NSA und ihre Verbündeten die Internetkommunikation von allen anderen gesammelt haben.“

Netzneutralität my Ass – zwei Beispiele aus Deutschland

Mac TV und die Deutsche Telekom

Plötzlich, von einem Tag auf den anderen, waren Downloads aus dem Filmarchiv extrem langsam geworden. Allerdings nur für Kunden der Telekom. Was nach einer Panne klingt war cleveres Kalkül der Telekom. Die ganze Leidensgeschichte in dieser Episode:

Hetzner Online und die Deutsche Telekom (und ein paar Andere)

Hetzner beobachtet DSL- und Kabelanbieter, welche einerseits selbst keine offene peering policy betreiben aber andererseits auch nicht mit ausreichender Kapazität zu anderen Tier?1 Carriern angebunden sind. Statt dieses Problem zu lösen, Peering oder Kapazitätsausbau, bremsen sie einfach die Kunden aus und bevorzugen zahlende Kunden. Somit ist der Endkunde gezwungen für einen unbeschränkten Zugang ins Internet doppelt bezahlen zu müssen. Der Hintergrund zum Hetzner Double Paid Traffic findet man in ihrem Wiki.

Die Drei Fragezeichen und die Digitale Agenda

Ein Teil dieser Antworten würde Bevölkerung verunsichern

Die Absage des Länderspiels gegen die Niederlande geht nach Worten von Bundesinnenminister de Maizière auf Hinweise auf eine Gefährdung zurück. Genaue Details verriet er nicht und bat aber um einen Vertrauensvorschuss. Parallelen zum EU-Digitalkommissar Oettinger sind offensichtlich (siehe oben).

Helge Schneider isst Mandarine gegen den Terror

Seine Lesung in Hannover hat Komiker Helge Schneider absagen müssen – aus Gründen welche die Bevölkerung verunsichern würde. Doch seinen Fans schickte er aus dem Hotelzimmer eine coole Videobotschaft (VVS):

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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