Eines vorweg: Am Anfang war ich skeptisch. Doch nun bin ich überzeugt davon, dass dieses Konzept aufgehen wird. Warum? Es ist einfach! Aber schön der Reihe nach.
Manchmal ist es erstaunlich, wie Menschen alten Gewohnheiten nachgehen, auch wenn diese ihnen das Leben schwer machen und es viele bessere Möglichkeiten gäbe. Unangenehm wird es dann, wenn man dieses Phänomen bei sich selber feststellt. Viele geniale Erfindungen scheitern an diesem Umstand. Und auch so habe ich lange widerstanden, einen Google-Account einzurichten, trotz des Lobes von allen Seiten. Nun – “Text & Tabellen” wollte ich gesehen haben, obwohl ich nicht genau wusste, wie ich es in meinem digitalen Leben einsetzen würde. Was mich sofort überzeugte waren zwei Dinge:
- Mehrere Leute können “einfach so” an einem Dokument arbeiten (wo gibt’s das sonst?).
- Die Übersicht über die Dokumente, und wer (gerade) daran arbeitet.
Es ist eine wahre Freude, wie einfach und schnell man mit “Text und Tabellen” loslegen kann. Peinlichkeiten wie: “Bitte lest mal das Attachment durch und sendet mir eure Korrekturvorschläge” oder: “Sorry, das File habe ich leider auf dem Geschäftsnotebook und den habe ich nicht dabei” passieren einem hier nicht.
Die Arbeit an einem Dokument geschieht dann, wenn man Zeit hat, dort wo man gerade ist und von jenen, die daran etwas ändern sollen und auch dürfen. Das geht sogar so weit, dass es eine wahre Freude ist, sich gegenüber am PC zu sitzen und in einem, ich nenne das mal Powerwriting, einen Text zu verfassen. Ist die geographische Distanz etwas grösser, funktioniert das genau so, ausser dass man sich (noch) nicht in die Augen schauen kann. Dafür ist der “In-Document Chat” vorgesehen. Der funktioniert bei mir zwar nur ab und zu und ist auch erst in einer, nach meinem Geschmack niedrigen Ausprägung implementiert. Sowieso ist das Arbeiten mit der Beta noch etwas holprig. Ich hatte, neben dem Chat, so meine Probleme mit der Rechtschreibeprüfung oder mit den Formatierungen. Einmal mit den Basics vertraut, wachsen halt die Ansprüche schnell…
Natürlich muss sich erst noch weisen ob es Sinn macht, eine 400-seitige Dokumentation mit “Text und Tabellen” zu erstellen. Trotzden: Nie war es einfacher, so effizient einen kreativen Schub auf “Papier” zu bringen, alleine oder in einer Gruppe. Zwischendurch unterbricht man die Arbeit um sich später irgendwo wieder einzuloggen und weiterzuwerkeln. Der “Google-Docs” User lässt sich nicht von Raum und Zeit, geschweige denn von einer Plattform oder einem Programm einschränken. Und ihm ist auch der kleinste USB-Memory-Stick zu gross.
Dabei geht es gar nicht um Google oder sonst wen, nicht um AJAX, Silverlight oder JavaFX, nicht um Alpha und Beta-Versionen: es geht um das Konzept. Ich bin nicht der einzige, der dadurch an mehr Effizienz, mehr Kreativität und somit an Kostenersparnis (oder mehr Gewinn) glaubt. Google ist erst der Anfang. Andere sind dabei, eifrig nachzuziehen. Auch geht es hier nicht darum, auf den bitteren Beigeschmack von Googles schierer Marktmacht hinzuweisen. Aber, so mächtig Google auch ist, so innovativ, komplex und kostenintensiv die Herstellung ihrer Produkte auch sein mag: Es ist etwas ganz anderes was “Google Docs” unwiderstehlich macht: Es ist einfach!
Google: Text & Tabellen
Siehe auch den Eintrag von Christoph Müller am 23.2.2007: Die “Google Apps Professional Edition” und wir IT-Leute


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