Google Gears: Das Ende der Desktop Applikationen?

Google Gears, Googles neues Java API welches Web Applikation helfen soll auch offline zu funktionieren, ist ein längst überfälliges Konzept. Die Erkenntnis, dass ein Benutzer nicht nur online sein kann, ist nicht neu. Google Gears ist ein weiterer Versuch den Machtbereich von Webapplikationen auf dem Desktop zu verankern. Google Gears wird auch genau deswegen von Microsoft Konkurrenz erhalten. Redmond erzählt uns ja seit längerem, dass die Zukunft zwischen Software auf dem Desktop, dem Internet und einer Kombination von beidem liegt.

Aber noch ist die Überlegenheit von Browser Applikationen nicht hier. Die „out oft the browser experience“ sollte mehr sein als eine AJAX Applikation. Ganz zu schweigen von der fehlenden Hardware Unterstützung wie etwa bei Grafikkarten. Ebenso begrenzt der Browser das Aussehen des Benutzer Interfaces. Folglich pusht Microsoft seine „Windows Presentation Foundation“ für Internet Applikationen. Plus, Google Gears könnte sogar eine der grössten Vorteile des Browsers beschneiden, nämlich Applikationen zu betreiben, ohne das man sie installieren muss.

Und doch, die Technik hinter Google Gears war eine unvermeidliche Entwicklung die Microsoft vernachlässigt hat. Offline Fähigkeit für online-Applikationen, wie Zoho bis zu Salesforce.com, ist notwendig. Das meint eigentlich auch Microsoft. Die Marketingabteilung in Redmond hat in den letzten Monaten wiederholt gesagt, dass Software plus online-Dienstleistungen die Zukunft der Firma ist. Bisher beschränkte sich die Onlinefunktionalität der Desktop Applikationen aber auf Office Online. Diese funktioniert aber nur vom Web zum Desktop.

Der Wert von Windows ist, dass es eine relativ mächtige „sandbox“ ist, welche defacto den Betriebssystemmarkt dominiert. Der Wert des Browser basierten Webs ist, das Leichtgewicht und die Offenheit der Lösungen. Google Gears illustriert dies, mit einem relativ kleinen Cross-Plattform und Cross-Browser Download. Wie sich diese beiden Paradigmen aus ihrer jeweiligen Zwangslage befreien werden ist noch offen. Adobe macht mit Apollo einen ersten Versuch hier eine Lösung zu finden. Google folgte mit ihrem Gears und Mozilla kommt bald mit der Version 3 von Firefox. Wo ist Microsofts Plattformbeitrag für die mittlere Reihe?

Silverlight, Microsoft neue Cross-Plattform und Cross-Browser Internet-Plattform trägt, trotz fehlender offline Fähigkeiten, wirklich etwas Potential. Es ist aber wenig wahrscheinlich, dass Silverlight zusammen mit Google Gears funktionieren wird. Ryan Stewart schreibt in seinem Blog, dass man Silverlight nicht mit Apollo vergleichen kann und das Mono Projekt von Novell hat Silverlight schon aus dem Browser auf einen Linux Desktop portiert. Unnötig hinzuzufügen, dass Microsoft weit von der Offenheit entfernt ist, die sie so etwas wie Gears selber erstellen könnten. Es ist nicht die Art von Microsoft ein API zu entwickeln, welches es ermöglichen würde indirekt Applikationen für konkurrierendes Web- und Desktop-Plattformen zu entwickeln.

Fels verschiebt sich auf Fels. Verschieben sich die Felsplatten zu schnell, könnte das Geschäft mit Windows und den Microsoft Desktop Applikationen ausschlachten werden; verschieben sie sich zu langsam, wird man in einer neuen leichtgewichtigen Welt zurückgelassen. Es fragt sich was besser ist…

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