Wir hatten das Problem, mit einem älteren Server auf welchem wir Citrix Xen Server installiert hatten und dort diverse VMs. Da wir aber nun auf ESXi umstellen wollten, kam die Frage auf, wie wir diese VM’s auf den ESXi kriegen.
Logischerweise testete ich dies mit dem VmWare vCenter Converter und dem VizionCore Free – vConverter SC. Bei beiden Produkten funktionierte dies leider nicht “Out-of-the-Box”, da Windows 2008 R2 wie auch Windows 7 eine 100MB grosse versteckte Partition erstellen und diese nicht migriert wird. Nach einigen Recherchen im Internet habe ich Anleitungen gefunden wie dies gehen soll. Nur sind die meines erachtens ziemlich kompliziert und es werden diverse Tools und Vorarbeiten benötigt.
Nach einigen Tests habe ich nun eine relativ einfache und effiziente Methode gefunden um eine Hot-Migration durchzuführen.
Die Tools welche ich eingesetzt habe sind folgende:
- VizionCore Free – vConverter SC
- VizionCore VA Appliance
- Windows 7 Recovery Disk 64-Bit welche von Neosmart bereitgestellt wird
Das Vorgehen:
Vorbereiten des ESXi
- Installation und Konfiguration des ESXi
- Importieren der VA “http://www.vizioncore.com/downloads/vConverter/VA/Esx VA 1.0.17.ovf” über den vSphere Client
- Konfigurieren der Appliance gemäss der Anleitung von VizionCore
Vorbereitung des Quellservers:
- Zuerst habe ich die Xen Tools deinstalliert
- Danach den Server welchen ich migrieren wollte mal sauber neu gestartet.
- Der versteckten 100MB Partition vom Server einen Laufwerksbuchstaben zugeordnet (F:)
- Danach Dienste heruntergefahren welche zu einer Inkonsistenz führen könnten (SQL, Exchange, etc.)
Migration des Servers
- Starten des vConverters
- Auswahl des Servers welchen ich migrieren und eine Konvertierungsaufgabe erstellt
- Alle Volumen ausgewählt, bei den erweiterten Einstellungen den Adaptertyp auf LSI gestellt und natürlich, dass er den Quellserver nach der Konvertierung herunterfahren soll.
- Migration starten und warten…..
Hochfahren auf dem ESXi und Patchen des migrierten Servers
- Nachdem die Konvertierung fertiggestellt ist, muss man die VA von Vizioncore auf dem ESXi herunterfahren, da diese sich die Festplattendateien anhängt und sich die neue VM so nicht starten lässt.
- Einstellungen der VM anpassen:
- die Standardeinstellungen überprüfen (Servername, Arbeitsspeicher, etc.)
- den SCSI Controller auf LSI Logic SAS umstellen
- den Netzwerkadapter auf E1000 stellen (löschen und neu hinzufügen)
- bei den “Allgemeinen Optionen” das Gastbetriebssystem auf “Microsoft Windows Server 2008 R2 (64-Bit)” umstellen
- Zum Schluss die Windows 7 Recovery Disk 64-Bit in das CD-Rom einlegen oder mounten (Häckchen “Beim Einschalten verbinden” nicht vergessen) - Die VM hochfahren und ab der DVD starten.
- Die Recovery Disc erkennt nun, dass etwas mit dem Boot-Record nicht stimmt und will dies korrigieren.
- Reparatur des Boot-Records und neustarten.
- Nochmals ab CD starten, da nun zwar der Server starten will aber im berüchtigten 7B Bluescreen endet. Daher nochmals ab der CD-starten.
- Das Windows 7 Recovery System will nun noch mehr reparieren, kann dies aber nicht durchführen und bringt eine Auswahl mit diversen Reparatur möglichkeiten. An diesem Punkt “Command Prompt” auswählen.
- Regedit eintippen
- HKEY_Local_Machine auswählen und auf “File –> Load Hive” gehen
- Dort auf die System Partition (D:) gehen, Windows\System32\Config und dort System auswählen.
- Bei der Frage nach dem Namen habe ich p2v eingetragen
- Nun den Eintrag p2v suchen unter HKLM und zu ControlSet001\Services\LSI_SAS navigieren und den REG_DWORD Wert von Start von 3 auf 0 setzen
- wieder auf p2v klicken und auf “File –> unload Hive”
- nun die VM nochmals neu starten und hochfahren lassen
- VmWare Tools installieren neu starten
- Testen, ob alles funktioniert und Windows erneut aktivieren


betatester meinte am 6.5.2011 um 17:34:
nachdem ein Jahr seit Erstellung dieses Artiekls vergangen und ich viel Zeit mit dem gleichen Vorhaben verbracht habe möchte ich meine Erfahrungen ebenso der geneignten Leserschaft zukommen lassen.
DIe einfachste Variante scheint mir die folgende zu sein:
VizionCore Free – vConverter SC benutzen (siehe Ursprungsartikel). Als Ergebnis haben wir dann zwei vmdk-Dateien, mit denen man leider mit den meisten Software-Produkten nichts anfangen kann.
[Anmerkung: bei mir lief das remote-OS nach einem Neustart ganz gewöhnlich.
einzig nervend war der Zwangdas Image nur auf eine Freigabe legen zu können. Dies ist aber auf dem lokalen Rechner schnell erledigt.]
Abhilfe schafft folgendes:
http://www.easyvmx.com/easyvmx.shtml
Damit kann man sich eine grundlegende vmx-Datei erstellen, die sich anschließend noch im VMWare-Player anpassen lässt. Als Eintrag fürs entsprechende OS habe ich einen Eintrag von Windows 2003 genommen und nach Abschluss aller schritte eine Datei zum Download angeboten bekommen.
In der zip-Datei nehme ich nur die vmx-Datei, die ich anschließend im VMWare-player öffne. Dort editiere ich die VM und lösche die eingebundene HDD, um anschließend die vmdk-Datei, die mir der vConverter erstellt hat (IMHO war die flat-Datei die richtige; bei der anderen gibts einfach ne Fehlermeldung).
Anschließend kann man noch die Netzwerkkarten editieren oder worauf man auch immer Lust hat – so z.B. auch den Eintrag Windows 2008 R2 x64 als Typ zu wählen.
Anschließend habe ich den Eintrag aus dem Player entfernt und neu geladen – siehe da: alle Änderungen sind noch vorhanden. Wunderbar!
Nun wird die VM gestartet und Windows scannt das Filesystem (Checkdisk); meinetwegen soll es das. Wenn alles gut geht läuft nun die VM wie gewünscht.
SharePointZone » Information Worker VM unter Windows 7 meinte am 5.1.2012 um 23:07:
[...] mir die initialen Tipps gab, wie hier zu verfahren ist, sowie an die Daniel Oberli von der Seite scolab.ch, der mit sinem Tutorial den Grundstein für diese Anleitung gelegt [...]