GMail um Voice- und Videochat erweitert

Google stellt seit kurzem eine browserunabhängige Voice- und Videochaterweiterung zur Verfügung. Dafür ist ein PlugIn nötig. Google bietet dieses PlugIn ganz diskret an: Wählt man in der bestehenden Chat-Funktion bei einem Kontakt das Menü “Mehr” aus, wird einem das PlugIn angeboten. Nach der Installation des exe-Files steht die neue Funktion in jedem Browser zur Verfügung. Jussi und ich haben erfolgreich mit dem IE7, Firefox3 und Chrome gechatet.

Damit erweitert Google seine Collaboration-Palette um ein weiteres Puzzle-Teilchen. Alles sieht danach aus, dass Google irgendwann sein Gesamtwerk fertig hat. Bis jetzt aber kann Google noch nicht mit den wirklich ausgereiften Collaboration-Produkten mithalten; zu zerstückelt kommt das alles noch daher. Wir sind gespannt, wie sich die Goolge-Collaboration-Plattform weiter entwickelt.

               

10 gute Gründe gegen Microsoft Office SharePoint 2007

In meiner Eigenschaft als SharePoint Berater diskutiere ich mit vielen Leuten über SharePoint und Collaboration im Allgemeinen. Für die nicht technischen Gesprächspartner ist Microsoft Office SharePoint 2007 meist ein Fremdwort. Elektronische Zusammenarbeit aber auch. In diesem Zusammenhang möchte ich den Blogpost „Warum scheitern SharePoint Projekte“ noch einmal aufnehmen und von einer anderen Seite her beleuchten. Nämlich unter dem Aspekt, warum SharePoint Projekte gar nicht erst gestartet werden! Hier eine kleine Sammlung von Antworten die ich kriege, wenn ich Kunden das erste Mal von Collaboration erzähle.

1. Klingt gut, aber unsere interne Kommunikation funktioniert seit Jahren sehr gut.

2. Aha! Ein Dokumentenlenkungs- und Archivierungssystem wird bei uns auch gerade geplant. (Nach einer Demo von MySite)

3. Was soll dabei herauskommen, wenn unser Portier Einträge in ein Wiki macht? (Antwort auf ein cleveres MOSS Konzept von Jussi (eConcierge) und einen super Code dazu von Holger)

4. Wir, die Firma XY, sind in der Branche bekannt dafür, nicht jeden IT-Hype blindlings umzusetzen. (Nach einer Präsentation eines Slidedecks namens „the new way of work“ mit VoIP und Collaboration.)

5. In unserer Firma haben wir eine vierteljährlich erscheinende Mitarbeiterzeitung. Diese informiert über die wichtigsten und aktuellsten Vorgänge im Betrieb. Meist schreibt sogar unser Direktor das Editorial.

6. Wir haben ja schon ein schwarzes Brett im Eingangsbereich der Abteilung. (Nach dem Vorschlag, Holgers Blackboard Web Part beim Kunden zu aktivieren)

7. Bei uns sind die Führungskräfte der Abteilungen für die Informationsverteilung und Gesprächsorganisation zuständig.

8. Das Intranet würde so nur zum Medium für Kaffeetratsch und zu einer Tauschbörse für privaten Kram. (Nachdem ich mit meinem Gesprächspartner über eine Art Facebook auf SharePoint gesprochen habe. Zugegeben, was soll ich mit „super poke“ gegenüber meinem Manager?)

9. Unser aktuelle Umsatz- und Gewinnsteigerungen der letzten Jahre sind im Plan. Erzählen Sie uns also nicht wie „die Zukunft der Arbeit“ aussehen wird, das wissen wir selber besser. (Nach einer Präsentation eines Slidedecks namens „the new way of work“)

10. Klingt sehr spannend. Aber das brauchen wir alles nicht, da wir keine Info Worker sind, sondern in der Verwaltung tätig sind.

Vielleicht habe ich meine Botschaft nicht richtig rüber gebracht. Auf jeden Fall muss man sich bei solchen Antworten schon überlegen, wie man seriös aus der Diskussion rauskommt ohne alles noch einmal zu wiederholen.

Selber schon auf haarsträubende Antworten zum Thema „wir brauchen keine Collaboration“ gestossen? Postet sie hier…

PS: Hier eine inoffizielle Antwort die vielfach nur geflüstert wird:

Wir, die Mitarbeiter, sind stets bemüht, uns so wenig wie möglich zu engagieren, so wenig wie möglich aufzufallen und die zugewiesene Arbeit über den ganzen Tag zu strecken. SharePoint ist demnach für uns extrem kontraproduktiv und dringend zu vermeiden.

Fünf Wege sein Intranet nicht in einen Friedhof zu verwandeln

Während einem Workshop zum Thema Intranetportal habe ich, mit einem ebenfalls externen Consultant, über Stolpersteine in der Unternehmensportalpolitik gesprochen. Das hat mich veranlasst, einmal die Top 5 der von mir beobachteten Fehler zusammenzustellen. Inklusive Lösungsansatz natürlich!

Tipp 1: Einwegkommunikation vermeiden
Eigentlich wissen wir es alle. Eine Strenge Kontrolle über das “Wer, Was und Wie” auf einem Intranet macht einfach keinen Sinn. Wenn man es den Benutzern einfach macht wird das Intranet auch genutzt. Aber wenn man im Intranet ausschliesslich Informationen lesen kann, hat es die Attraktivität einer Wetterprognose. Die liegt erstens immer falsch und zweitens möchte man dies den Herren Kachelmann und Bucheli auch einfach einmal sagen.
Und wenn wir schon dabei sind: Fragt die Leute nach ihrer Meinung! Stellt Q&A Seiten und Umfragen ins Intranet! Nutzt diese Inputs um das Intranet zu verbessern! Denn das Intranet ist immer ein „ongoing“ Projekt das nie aufhört. Wer etwa anderes behauptet liegt einfach nur falsch. Denn das Intranet spiegelt das Unternehmen und dessen Kultur. Wenn man die Benutzer “auf seiner Seite” hat ist eine erfolgreiches Intranet garantiert.

Tipp 2: Individualisierung
Eine typische Anforderung eines Portal Steering Komitees ist die einheitliche Homepage für alle. Eine einzige Homepage auf der alle Informationen des ganzen Unternehmens gleich sichtbar sind. Gleichzeitig kann man von dieser Seite nach überallhin navigieren. Die Idee ist zwar nicht schlecht, aber einfach gesagt: es funktioniert nicht. Gewisse Inhalte sind relevant für viele, aber nicht für alle. Zwingt dem Benutzer nicht eine unternehmensweite Webseite auf die er jedesmal wegklicken muss! Gebt dem Benutzer lieber eine Seite die er sich selber zusammen stellen kann. So ist er fokussiert auf das was ihn interessiert und nicht auf das was alle interessieren sollte.

Tipp 3: Businessapplikationen integrieren
Was nützt eine perfekte Intranet Plattform, wenn ich jeden Task, den ich während meiner Arbeit erledige, in einer anderen Applikation ausführen muss. Heute ist es möglich, mit einer robusten SOA Schicht gewisse Komponenten auf einem Portal zu integrieren. Stellt also sicher, dass die Intranet-Plattform mit dem Kern der Businessanwendungen integriert werden kann. Eine gut integrierte Businessapplikation erzeugt fast für alle Benutzergruppen einen Mehrwert. Sei es, dass die meisten Tasks gleich auf dem Intranet erledigt werden, oder dass dem Management in einer Dashboard Ansicht Daten zur Verfügung stehen. Nur so lässt sich die Vision einer 360 Grad Ansicht auf das Unternehmen verwirklichen.

Tipp 4: Verständnis für die Rolle des Web 2.0 im Unternehmen fördern
Bedenken, welche Unternehmen in diesem Zusammenhang hegen, gehen immer in die gleiche Richtung: Verlust der Produktivität. Das Web ist voll mit gegenteiligen Artikeln zu diesem Thema. Trotzdem diskutiere ich meist genau diese Themen während meiner Arbeit.
Hier noch einmal in der Kurzform: Arbeit und Geschäftserfolg hat etwas mit Vernetzung von Menschen zu tun. Ausser bei Henry Ford und dem Taylorismus. Aber wer Infoworker im Betrieb hat und an den Taylorismus glaubt hat auch kein Intranet. O.K. das dachte ich zumindest!

Tipp 5: Suche optimieren
Das Schlimmste was einem Benutzer passieren kann ist, dass er auf dem Intranet seine benötigte Information nicht findet. Ich weiss es aus eigener Erfahrung: eine gute Suche zu haben ist eine technische Herausforderung. Gewichtung der Resultate, Best Bets und so weiter. Es ist aber nicht nur eine Herausforderung für die Technik. Nein, auch die Autoren müssen mitarbeiten in dem sie ihre Artikel richtig schreiben, mit Metainformationen versehen und so weiter. Meistens sträubt sich aber dann ausgerechnet der Manager dieser Autoren gegen diesen Mehraufwand, weil er den Produktivitästverlust fürchtet (siehe Fehler bzw. Tipp 4). Somit sind wir in einem Kreis der Argumente angelangt. Und jedesmal, wirklich jedesmal, sagt dann einer der versammelten Manager plötzlich: “Hey bei Google geht es doch auch”. Und sofort beginnt der Portal Admin Gegenbeweise zu erbringen und so weiter. Nur: während dieser Zeit ist die Suche kein bisschen besser geworden.

Scolab Mitglied erhält MVP-SharePoint Award

Durch seinen unermüdlichen Einsatz bei scolab.ch hat Chris Müller heute von Microsoft den MVP-Sharepoint Award (Microsoft Most Valuable Professional) erhalten. Dies zeigt scolab.ch, dass es richtig und notwendig ist, sich mit dem Thema “Collaboration” auseinander zusetzen und das Wissen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ebenso freut es uns, dass unsere Arbeit wahrgenommen und honoriert wird.

So sehen wir erfreut auf die vergangenen beiden Jahre zurück, auf das, was wir da erreicht haben. Mit, ich muss es zugeben, einem gewissen Stolz schreibe ich hier diese Zeilen, denn viele Nächte gingen gemeinsam und sehr schnell zu Ende.

Zudem ist dies ein weiterer Ansporn, mehr zum Thema “Collaboration” aufzuzeigen, noch mehr zu recherchieren, zu testen und in unseren Blog zu setzen.

Wir, die restlichen scolab.ch Mitglieder gratulieren Chris zum MVP-Sharepoint Award.
Keep up posting…

21.02.2008 – SharePoint-Konferenz in Frankfurt – Tag 3 und Round-Up

Die SharePoint-Konferenz liegt schon ein paar Tage hinter mir – Zeit also für den Rückblick auf den letzten Tag und mein persönliches Fazit über die SharePoint-Konferenz 2008.

„Ende gut, alles gut“ – so war es auch an der SharePoint-Konferenz. Am letzten Tag kam endlich der Vortrag, auf den ich die ganze Zeit gewartet habe: die Präsentation von Mario Thiessenhusen und Sebastian Aufleiter von Microsoft Consulting Services zum Thema „SharePoint-Projekte mit ganzheitlichem Ansatz“.

Die beiden haben (unter anderem) ein ganzheitliches Vorgehensmodell für die Einführung von SharePoint präsentiert, das exemplarisch aufzeigt (vgl. die beiden Grafiken):

  • aus welchen Rollen sich ein ganzheitliches Projektteam zusammensetzt
  • welche Aufgaben und Verantwortungen die jeweiligen Rollen wahrzunehmen haben
  • welche Inputs und Ergebnisse jede Rolle in welcher Projektphase zu liefern hat

Vorgehensmodell1_5.jpg       Vorgehensmodell2_4.jpg     

Das Vorgehensmodell ist von Microsoft Consulting Services entwickelt worden und befindet sich noch in der Testphase. Aber es liegen schon genug Details vor um zu erkennen, dass das Vorgehensmodell mit seinem Fokus auf einen sauberen Business Case als Startpunkt für ein SharePoint-Projekt einen der Hauptschwachpunkte vieler SharePoint-Projekte anpackt: nämlich dass SharePoint-Projekte häufig IT-getrieben sind und ein von den Anwendern/Fachabteilung miterarbeiteter und mitgetragener Business Case fehlt.

Thiessenhusen und Aufleiter haben klar gemacht, dass am Anfang eines jeden SharePoint-Projekts zuerst einmal das Verstehen stehen muss (genau was ich in meinem Blogbeitrag vom 2. Tag gefordert habe!!!). Der Anwendungskontext der zukünftigen SharePoint-Lösung muss analysiert und hinterfragt werden. Bestehende Strukturen und Prozesse müssen aufgenommen und wo notwendig/sinnvoll überarbeitet und neu gestaltet werden. Natürlich ist es unrealistisch, sich ein SharePoint-Projekt linear vorzustellen – zuerst Analyse dann Umsetzung. Vielmehr wird es wohl ein zirkulärer Prozess sein, der über die gesamte Projektlaufzeit läuft. Aber entscheidend fand ich das klare Commitment von Thiessenhusen und Aufleiter, womit zu beginnen ist: mit der Fachabteilung und dem Business Case.

Nach diesem packenden Vortrag war ich versöhnt mit den Höhen und Tiefen der Konferenz und ich konnte zufrieden nach Hause reisen. Und heute, drei Tage nach der Konferenz kann ich auch mein persönliches Fazit über die SharePoint-Konferenz ziehen:

  1. Es braucht eine hohe Frustrationstoleranz (was zugegebenermassen nicht meine Stärke ist…). Auf zwei Vorträge, die die geweckten Erwartungen nicht erfüllen, kommt ein Vortrag, der anregt, Fragen und Zweifel ausräumt und neue Einsichten vermittelt.
  2. Collaboration ist immer noch ein IT-Thema. Das Business hat dieses strategische Thema noch nicht aufgenommen und besetzt. Da haben wir von der IT noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
  3. Die organisatorischen und kulturellen Veränderungen, die durch die Kommunikations- und Kollaborationstechnologien ausgelöst werden, sind immer noch höchstens Randthemen. Es dominieren die technischen Aspekte. Hier muss die IT dazulernen und ein ganzheitliches Projektvorgehen entwickeln.
Das “High-Performance” Team

Bei meinen Recherchen im Internet über Teamwork bin ich auf einen interessanten Artikel gestossen, der die 7 Schlüssel Dimensionen eines “High Performance Teams” beschreibt. Schauen wir uns mal diese 7 Dimensionen genauer an.

1. Die Bindung
Die Teammitglieder fühlen sich in die Gruppe integriert. Sie fühlen sich übergeordnet zu den persönlichen Zielen den Gruppenzielen verpflichtet.

2. Das Vertrauen
Die Teammitglieder ehren gegenseitige Verpflichtungen, bewahren Vertrauliches, unterstützen einander und verhalten sich vorhersehbar und beständig.

3. Der Zweck
Das Team versteht, wie es in das Business der Organisation integriert ist. Die Teammitglieder verstehen ihre Rollen, fühlen sich in die Organisation integriert und sehen die Unterschiede ihrer Persönlichen und gemeinsamen Bestrebungen.

4. Die Kommunikation
High performance teams kommunizieren frequentiell, effizient und klar untereinander und kommunizieren klar und offen über Teamaktivitäten mit Aussenstehenden. Effektive interne Kommunkation erlaubt das Team schnelle und ausbalancierte Entscheidungen zu treffen, konflikte im Vorfeld zu eliminieren und wertvollen Feedback auszutauschen.

5. Die Beteiligung
Jeder hat seine Rolle in einem Team. Unabhängig zu den Unterschieden in den Rollen, Perspektiven und Erfahrungen, fühlen sich die Teammitglieder als gleichberechtigte Partner. Beiträge werden respektiert, aber auch erwartet.

6. Die Prozessorientierung
High performance teams haben eine grosse Anzahl von Werkzeugen zur Verfügung, die Ihre Arbeit vereinfachen. Zum Beispiel Problemlösungs- und Planungswerkzeuge, reguläre Meetings, Agendas, Abmachungen im Umgang miteinander und Möglichkeiten und den Willen diese Werkzeuge stets zu verbessern.

7. Die ständige Verbesserung
Das Team versteht die Notwendigkeit sich ständig zu verbessern. Es besitzt die Möglichkeit, das Wissen und die Zeit dazu sich ständig weiterzuentwickeln. Alle Weiterentwicklungen entstehen mit der Unterstützung der Organisation.

Persönliches Fazit:

Ich denke diese 7 Schlüsseldimeinsionen sind ziemlich zutreffend, was die Performance eines Teams positiv beeinflussen könnte. Was jedoch einem High-Performance Team noch einen weiteren Kick geben könnte ist:

8. Die Beziehung
Wir alle wissen, das heutzutage, oder auch schon immer die grössten Geschäfte über Beziehungen abgewickelt werden. Der Ausdruck “Vitamin B” bestimmt noch immer und wird auch immer die Geschäftswelt beeinflussen.
Anders gesagt, haben die Teammitglieder eine gute Beziehung untereinander, wirkt sich das positiv auf die Arbeit aus.
Diese Beziehung kann durchaus über die Arbeitszeit hinaus gehen. Lernt man die Teammitglieder besser kennen, wird das Vertrauen gestärkt und so eine stärkere Bindung geschafft.

9. Der Teamgeist
Diese Dimension ist wohl die schwierigste zu erklären. Der Teamgeist jedoch ist “der Motor” eines jeden Teams. Der Teamgeist eines Team wird am ehensten in Stressituationen oder Situationen von starker Euphorie sichtbar, sofern der Teamgeist überhaupt vorhanden ist. Ich denke, dass genau dieser Geist verantwortlich dafür ist, dass die oben genannten Dimensionen funktionieren. Ist kein Teamgeist vorhanden, wird es schwierig sein die anderen Dimensionen ins Rollen zu bringen.
Ergo, vielleicht sollten wir bei der nächsten Teamkriese dem Teamgeist ein Opfer darbringen um die Krise möglichst unbeschadet zu überwinden.

20.02.2008 – SharePoint-Konferenz in Frankfurt – Tag 2

Der heutige zweite Tag der SharePoint-Konferenz geht in die letzte Track-Runde und es zeigt sich allmählich, was die Renner dieser Konferenz sind: die How-To-Tracks und die Toy-Tracks.

How-To-Tracks sind Referate, die Wissen vermitteln: zum Beispiel wie die Search-Engine anzupassen ist, wie mit dem SharePoint Designer und der DataView zu arbeiten ist oder wo welche Ressourcen für Entwickler zu finden sind.

Toy-Tracks sind Referate, die Ausblick geben auf neue Technologien und Produkte, wie z.B. Silverlight und Popfly.

Allerdings habe ich entschieden, mich für einmal antizyklisch zu verhalten, also gerade nicht in die gut besuchten Tracks zu gehen. Diese Strategie birgt natürlich Risiken. Statt auf Nummer Sicher zu gehen, muss ich mich von dem überraschen lassen, was kommt. Den einen oder anderen Flop habe ich daher auch heute wieder erlebt. Aber ich bin dafür mehr als entschädigt worden durch die vereinzelten Perlen, die ich so entdeckt habe.

Solche Perlen waren zum Beispiel am Dienstag das Referat von BlueBridge über den Einsatz von Wikis in Unternehmen (dazu werde ich später einen separaten Blogbeitrag schreiben) oder am Mittwoch die Vorstellung des Referenzprojekts von Collexis bei den Asklepios-Kliniken, das ein ausgefeiltes Document Management System mit Social Computing verknüpft. Wer nicht bei diesem Track dabei war, kann sich auf www.biomedexperts.com selbst einen Eindruck davon verschaffen, was in diesem Referenzprojekt am entstehen ist.

Was hat mich an diesen Tracks fasziniert? Es war die Botschaft, die diese Referate zwischen den Zeilen transportierten: das Wissen um das How-To ist eine Grundvoraussetzung für ein gutes SharePoint-Projekt. Wir müssen die Technologie beherrschen und ausreizen können, um ein gutes Projekt machen zu können. Aber erst durch Verstehen wird aus einem guten SharePoint-Projekt ein besseres SharePoint-Projekt.

Was meine ich mit Verstehen? Verstehen heisst zu begreifen, was das Business-Umfeld und die Nutzer-Anforderungen der SharePoint-Lösung sind. Erst wenn ich das verstanden habe (ausgedrückt in zu erreichenden Business-Zielen, zu erledigenden Linien-Aufgaben, abzuwickelnden Geschäftsprozessen, involvierten Sachbearbeitern und Experten, benötigtem Fachwissen und Entscheide, zu erstellenden Dokumenten etc.) kann ich im Prinzip mein SharePoint-How-To-Wissen optimal zum Einsatz bringen.

Es ist o.k., wenn an der SharePoint-Konferenz die How-To-Tracks der Renner sind. Aber für jeden Tag, den wir hier in Frankfurt verbringen, sollten wir eigentlich zurück im Büro einen Tag zum Nachdenken investieren und uns fragen: wie können die kennengelernten Technologien im eigenen Team/Abteilung/Unternehmen nutzbringend eingesetzt werden?

P.S. an meinen Chef: ich mach am Freitag einen Tag frei zum Nachdenken!

Microsoft Office Live Workspace

Kaum habe ich den Artikel über die Zoho Office Suite und ihrer Offline und Word Integration geschrieben, erreicht mich ein E-Mail von Microsoft über den Stand ihres neuen Online Service. Das Produkt nennt sich Microsoft Office Live Workspace.

Der geschlossene Beta Test steht im Moment nur Anwendern aus den USA zur Verfügung. Allerdings kann man sich auf der Webseite schon für den ausgeweiteten Beta Test voranmelden. Die Verfügbarkeit ausserhalb der USA wurde, früher einmal, auf Anfangs 2008 angegeben. Eine deutsche Version soll Ende 2008 verfügbar sein.

Was wird dieser Service bieten? Das „Look and Feel“ gleicht ein bisschen den Konkurrenten Zoho und Google. Im Gegensatz zu Zoho oder Google lassen sich mit Office Live Workspace zwar keine neuen Dokumente im Internet anlegen, sie können aber im Web gespeichert, betrachtet und anderen Usern zur Verfügung gestellt werden. Das Editieren der Dateien erfolgt offline mittels der auf dem Rechner installierten Microsoft-Office-Suite, die auch direkten Zugriff auf die Webapplikation ermöglicht. Wer kein Office XP, 2003 oder 2007 installiert hat, kann die im Workspace veröffentlichten Dokumente im Browser ansehen und kommentieren, aber nicht bearbeiten. Microsoft hat auf den Office Live Seiten hierzu einige Screen Shots und ein Video hinterlegt.

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Wie viel Online-Speicherplatz zur Verfügung stehen wird, hat Microsoft noch nicht bekannt gegeben, es sollen sich aber “über 1000 Office-Dokumente” sichern lassen. Die Nutzung des Dienstes wird kostenlos sein.

19.02.2008 – SharePoint-Konferenz in Frankfurt – Tag 1

Kennen Sie das? Ihre Schlange an der Supermarkt-Kasse ist immer die langsamste, der Kaffee in der Thermoskanne ist immer genau dann alle, wenn Sie Ihre Tasse auffüllen wollen … und die Tracks, die Sie an der SharePoint-Konferenz belegen, sind immer die Flops.

Tja, dann wissen Sie genau, wie es mir an meinem ersten Tag an der SharePoint-Konferenz hier in Frankfurt ergangen ist. Oder besser gesagt: beinahe ergangen wäre – wenn da nicht heute Nachmittag der Track von Siemens über den Einsatz von SharePoint in verschiedenen Fachabteilungen gewesen wäre. Aus meiner Sicht das bisherige Highlight der SharePoint-Konferenz.

Neben drei interessanten Einblicken in Anwendungslösungen im Bereich Vertragsmanagement, Ausbildungsplattform und Warenrücknahme-Prozess haben mich vor allem die drei Lessons Learned überzeugt, die Siemens nach vier Jahren SharePoint-Einsatz gezogen hat:

  1. Wie halten wir den Überblick über die schnell wachsende und nicht direkt kontrollierbare Zahl der SharePoint-Sites?
    Antwort: ein Site-Wizard regelt das automatische Provisoning von SharePoint-Sites. Der Provisoning-Prozess verlangt detaillierte Metadaten zu jeder neu bereitgestellten Site. Aus diesen Metadaten wird anschliessend ein übergreifenden Site Directory erstellt, das nach diesen Metadaten durchsucht/gruppiert/abgefragt werden kann.
  2. Wie erhalte ich mir die Flexibilität im Einsatz der SharePoint-Funktionalitäten, ohne auf Konzern-Guidelines und eine strategische Roadmap verzichten zu müssen?
    Antwort: Trennung des Supports in zwei Funktionen: (1) Vor-Ort-Betreuungscenter, die nahe bei den Anwendern sind und zusammen vor Ort mit den Anwendern die Benutzeranforderungen in SharePoint umsetzen. (2) Center of Competence, das die Klammer über alle Vor-Ort-Betreuungscenter bildet und aus den unterschiedlichen Anforderungen und Erfahrungen der Betreuungscenter Standards und Konzern-Guidelines ableitet.
  3. Wie bringen wir Customizing, Erweiterungen/Anspassungen und Performance unter einen Hut?
    Anwort: es gibt zwei SharePoint-Farms. (1) Die Standard-Farm, auf der nur Standard-Anwendungen bzw. genehmigte Siemens-Extensions (Zusatzprogrammierungen) laufen und im Rahmen des Standard-Customizings benutzerspezifisch adaptiert werden können. (2) Applikations-Server auf denen stärker adaptierte SharePoint-Anwendungen laufen.

Was sind meine persönlichen Lessons Learned nach diesem ersten Tag (ausser: fahre nie mit zu hohen Erwartungen an einen Kongress/Konferenz)?

“Gute” SharePoint-Lösungen sind per Definition nicht out-of-the-box-Lösungen, sondern auf das Anwendungsproblem und die Benutzerprozesse zugeschnittene Lösungen. Die Herausforderung ist: wie können diese individuell spezifizierten Lösungen “realeasfähig” umgesetzt werden? Oder mit anderen Worten: es passt sich die Software den Anwendern/Anwendungsproblem (besser: der Zielgruppe, vgl. Kommentar von RK) an und nicht umgekehrt. – Okay, das ist vielleicht ein bisschen zu krass als Aussage. Sagen wir: tendenziell passt sich die Software den Anwendern (besser: der Zielgruppe, vgl. Kommentar von RK) an.

Gruss aus Frankfurt und stay tuned – morgen gibts mehr News vom zweiten Tag der SharePoint-Konferenz!

Scolab an der MIX08 in Las Vegas

Heute wurde mir eine Einladung zur MIX 08, in Las Vegas, offeriert. Die nahm ich natürlich dankend an. Letztes Jahr wurde an dieser hippen Web Konferenz ja Silverlight vorgestellt. Die MIX geht 2008 in die dritte Runde.

Einige Grössen geben sich ein Stelldichein. So etwa Guy Kawasaki, Steve Balmer und Scott Guthrie. Und weil es so cool ist, hier wieder einmal das Bild von Steve, Simon, Philippe und mir. Neben den diversen Sessions wird vermutet dass ein bisschen mehr über den Internet Explorer 8 bekannt wird. Dean Hachamovitch hat ja auf seinem Blog bereits bekannt gegeben, dass der Internet Explorer IE8 in der aktuellen Entwicklungsphase den ACID 2-Test bestanden hat. Die Web Welt scheint in Ordnung zu sein, da Microsoft ja bisher immer behauptet hat, dass die WaSP eine Lobbying-Gruppe sei und keine Organisation, die tatsächlich Standards festlege.

Wie auch immer: Ich werde jeden Tag ab dem 4. März 2008 verlauten lassen was sich an der MIX 08 tut. Gleichzeitig danke ich, wie auch das Scolab Team, den Jungs die mir das ermöglicht haben. We owe you one…

 
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