Scolab 2008

Nun ist scolab.ch ein Jahr online. Der Traffic auf der Seite stieg kontinuierlich an und gab unserer Idee recht. Eine Community die sich rund um das Thema Collaboration dreht ist entstanden. Unsere Job Hilfe Nummer 1 wurde kreuz und quer über den Globus verlinkt. Einige wollen diese Arbeit von uns abkaufen. So etwa der SharePoint Buch Autor Bill English. Die Job Hilfe Nummer 2 ist am entstehen. Hier darf man ein „Kochbuch“ zu STSADM.EXE erwarten.

Die Community, rund um Scolab, manifestiert sich vor allem in Aktivitäten auf dem Web. Wir möchten die Community aber erweitern und vor allem auch mit Euch in Kontakt treten. Zu diesem Zweck haben wir auf Facebook eine Gruppe eingerichtet. Also meldet Euch dort und kontaktiert uns direkt.

Zudem planen wir in Zürich Anlässe, zu aktuellen Themen der Collaboration durchzuführen. Nicht die grossen TechDays, sondern kleine, feine Anlässe unter IT-Pros. Wir stehen mit einigen Cracks zu unseren Themen in Kontakt die wir auf die eine oder andere Art nach Zürich bringen werden.

Weiter gilt wie immer: Wer nicht genau weiss was er mit seinem Freitagabend machen soll ist eingeladen sich bei uns zu melden. Wir haben vermutlich den richtigen Geist um diese Lücke mit IT, Collaboration und Pizzas oder anderen italienischen Köstlichkeiten zu füllen.

In diesem Sinne gratulieren wir uns selber zum ersten Online-Jahr und freuen uns darauf, dass wir mehr von Euch da draussen persönlich kennen lernen.

Scolab – Das Team

Interner Firmenblog – alle reden mit

Firmen haben längst erkannt, dass in den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft viel mehr steckt als das, wofür man sie eingestellt hat. Eine weitere alte Erkenntnis ist, dass Informationen und Ideen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zusammenfinden müssen, damit die “Funken so richtig stieben” können. Voraussetzung ist eine offene Kommunikationskultur über alle Hierarchiestufen hinweg.

Viele Firmen entdecken den internen Firmenblog als ideales Mittel, diesen Anfordrungen gerecht zu werden.

Auf medienlese.com bin ich auf einen interessanten Artikel gestossen der beschreibt, wie Cablecom dieses Konzept umsetzt. Folgender Auszug zeigt, dass auch Firmenblogs nicht vor dem Scheitern gefeit sind (wie auch etwa Knowledgebases die niemand füllt oder liest).

“Damit die Blogs nicht vor sich hin gammeln, wie es ja oft der Fall ist bei Zwangseinführungen von neuen Werkzeugen, wird niemand zum Bloggen gezwungen. Man hofft, dass die Mitarbeitenden den persönlichen Nutzen selbst erkennen und sich freiwillig für die Nutzung der neuen Plattform entscheiden. Zudem werden Mitarbeitende aktiv in die Entwicklung der Plattform eingebunden: Sie können in Blogs mitdiskutieren, welche Funktionen sie sich wünschen.

Interessant war die folgende Aussage: Eine Antwort auf einen Blogeintrag wird erwartet und zwar möglichst sofort. Sofort wurde generell als maximal 24 Stunden definiert.”

Wir sind gespannt wie fest sich interne Blogs in Firmen etablieren können. Oder ob sie bald wieder wegen Kontraproduktivität oder mangels Akzeptanz verschwinden.

Zero-E-Mail Fridays – weniger ist mehr

Bill Gates soll einmal gesagt haben, dass er sich vom Telefon oft gestört fühle. E-Mail sei da viel praktischer: man antwortet wann und wie man will. Viele Leute scheinen seine Meinung geteilt zu haben.

Und nun das: 150 Intel-Ingenieure kündigen an: “Zero-E-Mail Fridays“. Ein Tag in der Woche, an dem keine E-Mails gelesen oder versandt werden. Warum denn das, ausgerechnet bei einem Unternehmen der Computerindustrie?

email_overload.gif

Hand aufs Herz, wir kennen selber die produktivitätszerstörende Kraft der technischen Kommunikationsmittel. Täglich nerve ich mich selbst über das klingelnde Telefon mitten in einer Arbeit. Messenger-PopUps, Mail-Notifikationen oder CC-Mails einiger unverbesserlicher Mitarbeiter lassen die wirklich produktive Zeit auf ein beängstigendes Minimum schrumpfen.

Das ist ja auch nichts neues. Längst gibt es Untersuchungen und Literatur darüber. Eine Studie hält fest, dass ein durchschnittlicher Angestellter nicht länger als 11 Minuten ungestört arbeiten kann. Nach einer Störung (durch Mails, Anrufe, etc) dauert es bis zu einer halben Stunde, bis er wieder ins Thema gefunden hat. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Intels Ingenieure sind nicht die ersten die mit einem selbstauferlegten E-Mail Verzicht versuchen die negativen Seiten der modernen Kommunikation einzugrenzen. Trotzdem hat es ein enormes Medienecho hervorgerufen. Und das war wahrscheinlich auch die primäre Absicht hinter dieser Ankündigung. Jeder soll seine Gewohnheiten selber hinterfragen und die Möglichkeiten gut ausgereifter Software ausnutzen: Skype auf den Status “beschäftigt” stellen, Mails erst nach zwei Stunden wieder abrufen, etc. Nur dieses verfl… Telefon klingelt und klingelt…

Buchtipp:
Miriam Meckel: Das Glück der Unerreichbarkeit

MMerlel_Publ_Unterreichbarkeit.jpg

 

Google Docs: “Text und Tabellen”

Eines vorweg: Am Anfang war ich skeptisch. Doch nun bin ich überzeugt davon, dass dieses Konzept aufgehen wird. Warum? Es ist einfach! Aber schön der Reihe nach.

Manchmal ist es erstaunlich, wie Menschen alten Gewohnheiten nachgehen, auch wenn diese ihnen das Leben schwer machen und es viele bessere Möglichkeiten gäbe. Unangenehm wird es dann, wenn man dieses Phänomen bei sich selber feststellt. Viele geniale Erfindungen scheitern an diesem Umstand. Und auch so habe ich lange widerstanden, einen Google-Account einzurichten, trotz des Lobes von allen Seiten. Nun – “Text & Tabellen” wollte ich gesehen haben, obwohl ich nicht genau wusste, wie ich es in meinem digitalen Leben einsetzen würde. Was mich sofort überzeugte waren zwei Dinge:

  1. Mehrere Leute können “einfach so” an einem Dokument arbeiten (wo gibt’s das sonst?).

Google_Docs_freigeben.gif

  1. Die Übersicht über die Dokumente, und wer (gerade) daran arbeitet.

GoogleDocs_Dateien.gif

Es ist eine wahre Freude, wie einfach und schnell man mit “Text und Tabellen” loslegen kann. Peinlichkeiten wie: “Bitte lest mal das Attachment durch und sendet mir eure Korrekturvorschläge” oder: “Sorry, das File habe ich leider auf dem Geschäftsnotebook und den habe ich nicht dabei” passieren einem hier nicht.

Die Arbeit an einem Dokument geschieht dann, wenn man Zeit hat, dort wo man gerade ist und von jenen, die daran etwas ändern sollen und auch dürfen. Das geht sogar so weit, dass es eine wahre Freude ist, sich gegenüber am PC zu sitzen und in einem, ich nenne das mal Powerwriting, einen Text zu verfassen. Ist die geographische Distanz etwas grösser, funktioniert das genau so, ausser dass man sich (noch) nicht in die Augen schauen kann. Dafür ist der “In-Document Chat” vorgesehen. Der funktioniert bei mir zwar nur ab und zu und ist auch erst in einer, nach meinem Geschmack niedrigen Ausprägung implementiert. Sowieso ist das Arbeiten mit der Beta noch etwas holprig. Ich hatte, neben dem Chat, so meine Probleme mit der Rechtschreibeprüfung oder mit den Formatierungen. Einmal mit den Basics vertraut, wachsen halt die Ansprüche schnell…

Natürlich muss sich erst noch weisen ob es Sinn macht, eine 400-seitige Dokumentation mit “Text und Tabellen” zu erstellen. Trotzden: Nie war es einfacher, so effizient einen kreativen Schub auf “Papier” zu bringen, alleine oder in einer Gruppe. Zwischendurch unterbricht man die Arbeit um sich später irgendwo wieder einzuloggen und weiterzuwerkeln. Der “Google-Docs” User lässt sich nicht von Raum und Zeit, geschweige denn von einer Plattform oder einem Programm einschränken. Und ihm ist auch der kleinste USB-Memory-Stick zu gross.

Dabei geht es gar nicht um Google oder sonst wen, nicht um AJAX, Silverlight oder JavaFX, nicht um Alpha und Beta-Versionen: es geht um das Konzept. Ich bin nicht der einzige, der dadurch an mehr Effizienz, mehr Kreativität und somit an Kostenersparnis (oder mehr Gewinn) glaubt. Google ist erst der Anfang. Andere sind dabei, eifrig nachzuziehen. Auch geht es hier nicht darum, auf den bitteren Beigeschmack von Googles schierer Marktmacht hinzuweisen. Aber, so mächtig Google auch ist, so innovativ, komplex und kostenintensiv die Herstellung ihrer Produkte auch sein mag: Es ist etwas ganz anderes was “Google Docs” unwiderstehlich macht: Es ist einfach!

Google: Text & Tabellen

Siehe auch den Eintrag von Christoph Müller am 23.2.2007: Die “Google Apps Professional Edition” und wir IT-Leute

Kollektive Intelligenz

Eine Zusammenfassung des Artikels “Kollektive Intelligenz nützen” von Prof. Dr. Peter Kruse, Management School St. Gallen

Sinn und Zweck:
Um die explodierende Wissensflut zu Bändigen, ist kollektive Intelligenz gefragt. Unter kollektiver Intelligenz versteht man ein Netzwerk von frei denkenden Individuen ohne hierarchische Begrenzung.
Durch zunehmende Vernetzungsdichte in Wirtschaft und Gesellschaft explodiert die Menge an Daten und Vielfalt an Informationen ins Unermessliche. Die Intelligenz einzelner reicht für diese Flut von Daten nicht mehr aus. Darum wird es immer wichtiger werden, Formen kollektiver Intelligenz zu nützen.
“Ashby’s Gesetz” beschreibt, dass der erfolgreiche Umgang mit komplexer Dynamik an ein Lösungssystem gebunden ist, welches mindestens die gleiche Variabilität besitzt wie die Problemstellungen. Im Klartext: Mehrere Köpfe können mehr Information verarbeiten. Im Verbund entsteht eine kollektive Intelligenz, die sich so jedem Problem stellen kann.

Mehr Intelligenz durch Austausch:
In den letzten zehn Jahren durchliefen Unternehmen mehrere Stufen der Organisationsoptimierung. Zuerst versuchte man, die Effizienz einzelner Gruppen oder Funktionseinheiten zu steigern, dann teilte man die Organisation in Gruppengesellschaften auf, um sie dann schlussendlich wieder unter ein Dach zu bringen.
Die nächste Stufe wird nicht mehr eine “Massenreformierungsstrategie” sein. Prozesse sind heutzutage so weit optimiert, dass jegliche Verbesserung der Geschäftprozesse mehr oder weniger Zeitverschwendung ist.
Sprichwörtlich sieht man das Kerngeschäft vor lauter Prozesse nicht mehr.
Die nächste Stufe ist das Einbringen von Netzwerken kollektiver Intelligenz welche über die Grenzen eines Teams, einer Abteilung oder einer Organisation greifen.
Die Führung eines Unternehmens soll nicht die Aufgabe haben, Informationsflüsse zu steuern, sondern sie soll die kulturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass KI-Netzwerke entstehen können.
Im Netzwerk tritt der Einzelne hinter den Erfolg des Systems zurück.
Identität, Informationstransparenz und unbegrenzte Involvierung begünstigen besonders die dynamische Bildung von KI-Netzwerken. Da die Austauschprozesse eines Netzwerkes kaum Steuerbar und Kontrollierbar sind, ist man auf eine gemeinsame Ausrichtung der Beteiligten angewiesen.
Eine Idee, eine Philosophie, ein Ziel, ein Kollektiv.
Misstrauen entsteht dann, wenn einzelne Teilnehmer oder Gruppen verdeckt eigene Interessen verfolgen. Jedoch sind kreative Störungen das Salz in der Suppe der Netzwerkintelligenz und Dynamik eines KI-Netzwerkes.

Veränderung der Perspektiven:
Um einen Prozessmusterwechsel innerhalb einer Organisation durchführen zu können, müssen bestehende Prozessmuster durchbrochen werden und neu begonnen werden. Allzu häufig wird vergeblich versucht, Veränderungen durch eine Restrukturierung herbeizuführen. Dies führt jedoch meistens zu Frustration und Effizienzeinbussen innerhalb einer Organisation. Kaum wird das neue Prozess und Organisationsmuster gelebt, muss es wieder für eine Restrukturierung aufgebrochen werden. Schluss damit!
Wechsel und Veränderung von persönlichen Perspektiven soll hier im Vordergrund stehen. In diesem Sinne kann ein Umzug in ein neues Gebäude oder die Veränderung des persönlichen Umfeldes durchaus positivere Auswirkungen haben, als der Versuch, bestehende Machtgefüge aufzubrechen. Wenn Menschen durch den Angriff auf ihre Position irritiert oder gestört werden, antworten sie häufig mit Stabilisierung und dem Festhalten am Bestehendem. Sie schliessen sich ein und hissen ihre persönliche Fahne auf ihrem Grund und Boden.
Die Förderung der Veränderungsbereitschaft heisst in diesem Sinne nicht Abteilungen zu eliminieren, sondern die Wände zwischen ihnen einzureissen und die Möglichkeit Fördern, sich untereinander auszutauschen.

Die Geburt der individuellen Innovation:
Ineffizienzen zu vermeiden, ist zwar eine notwendige aber keineswegs hinreichende Bedingung für das Überleben eines Unternehmens oder einer Organisation. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, originelle und neue Lösungen zu erfinden und zu verwirklichen. Dies gilt für jede einzelne Einheit innerhalb einer Organisation.
Je mehr Menschen im Unternehmen oder in der Organisation ein ausgeprägtes Empfinden für die Entwicklungen des Marktes haben, desto einfacher ist es, Akzeptanz für notwendige Änderungen zu finden. Wer Chancen erkennt, erzeugt konkrete Motivation Risiken einzugehen.
Die verwendete Energie zur Reorganisation der Unternehmen sollte für die Suche nach neuen Innovationen umgeleitet werden.

Die Herausforderung der Zukunft:
Die Herausforderung ist das Einsetzen von neuen Formen der kollektiven Intelligenz, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Es braucht die Kreativität und das Verantwortungsgefühl vieler Individuen und KI-Netzwerken.
Wir brauchen Transparenz, Sinnstiftung, Innovation, Involvierung und eine gemeinsame Idee.

Persönliches Fazit:
Herr Prof. Dr. Kruse trifft den Nagel eigentlich auf den Kopf. Eine Übersättigung von Prozessen und Organisationsreformationen ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Kaum wurde eine Organisation neu reformiert, beginnt man die Fehler zu erkennen, die man mit der neuen Form anstrebt und versucht diese so wieder auszumerzen. Mit dieser Philosophie wird man sich für immer weiter im Kreis drehen, ohne überhaupt das eigentliche Ziel zu erreichen, nämlich die Produktivitätssteigerung der Firma plus die Motivation und Freude eines jeden Mitarbeiters, dies innerhalb einer Firma zu bewerkstelligen.
Anbetracht dessen schwirrt mir ein neues Schlagwort im Kopf herum. Ich denke dabei an Collaboration Intelligence. Collaboration geschieht nur im Kollektiven und ist somit der Überbegriff von KI-Netzwerken. Nur wer intelligent Daten verarbeitet und weitergibt, kann im Endeffekt ein positives Resultat erzielen, persönlich wie auch organisatorisch die Effizienz und Produktivität zu steigern.
Intelligenz ist nicht nur das besitzen von Wissen, Intelligenz ist übergeordnet die Macht oder Fähigkeit und Bereitschaft dazu, Wissen richtig zu empfangen, zu verarbeiten und weiterzugeben.
Ist dies einmal gewährleistet steht einer intelligenten Zusammenarbeit zwischen Menschen, Teams und Organisationen nicht mehr viel im Weg.

Microsoft Office Live Beta verfügbar – MS geht in die Offensive

Ich weiss, ein bisschen ein provokativer Titel, jedoch reagierten die meisten Blogs mit ähnlichen Titeln als Google ihre Google Office Version 1.0 bekannt gab. Auf jeden Fall reagierte Microsoft auf die Saas Welle und die Google Office Produkte welche zurzeit in aller Munde sind.

Microsoft bietet mit ihrer neuen Plattform „Office Live“ ein umfangreiches Set an Internet basierten Softwarelösungen. Im Fokus sind dabei vor allem kleinere Unternehmen und Info-Worker. Microsoft Office Live beschränkt sich zurzeit, neben E-Mail, auf das zentrale Verwalten von Kundendaten und das erstellen von Firmenwebseiten. Das heisst, es sind noch keine Office Programme online verfügbar.

Office Live wird in drei unterschiedlich umfangreichen Varianten angeboten. Während der Betaphase von Office Live sind alle drei Angebote kostenfrei verfügbar. Das werbefinanzierte Einstiegsangebot Office Live Basics wird auch danach kostenfrei bleiben, während Office Live Essentials und Office Live Premium in ein monatliches Subskriptionsmodell überführt werden. Die  Angebote, sind während der Beta-Phase im deutschsprachigen Raum bisher nur in Deutschland verfügbar.

Office Live basiert auf den Windows SharePoint Service und stellt damit eine offene Plattform für Entwickler dar. Das es Microsoft ernst meint mit der freien Entwicklung von Lösungen auf der Plattform Office Live zeigt das neue Office Live Developer Portal auf der MSDN Webseite. Hier finden Entwickler umfangreiches Material und Informationen. Microsoft schlägt auf ihren Seiten Partnern und solche die es gerne wären vor, vertikale Nischenlösungen, Einführung und Betreuung, sowie das Erstellen von Webseiten vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Microsoft hat zwar die gleichen Kunden im Visier wie Google. Im Gegensatz zu Google hat Microsoft das Portfolio aber nicht in allen Bereichen dort wo sie es wohl gerne haben möchten. Wie besprochen fehlen die Text- und Tabellenfunktionen noch ganz. Allerdings ist mit der SharePoint Plattform ein mächtiges Backend vorhanden welches seinesgleichen sucht. Das könnte auf jeden Fall für einige Saas-Mitbewerber zu einem technologisch Knackpunkt werden.

Lotus Notes Codename Hannover

Mit “The future of Lotus Notes” kündigt IBM das neuste Kind aus ihrer Softwareschmiede an.
Meinungen teilen sich, wie bei so manchem neuen Software-Release über das alt-neue Produkt des IT Giganten.
Die einen meinen, dass sich rein funktionell nur bedingt Neuerungen in Hannover eingeschlichen haben, andere halten es für DIE Kollaborationsplattform schlechthin.
Wenn man die Flexibilität von Notes betrachtet, mag die Aussage wohl auch stimmen, dass man Notes einfach als Kollaborationsplattform verwenden kann. Ob aber die Schnittstellen zu “Nicht-IBM” Plattformen, eine einfache Einbindung zulassen ist zum jetztigen Zeitpunkt fragwürdig.
Um selber einen kurzen Eindruck in Lotus Notes Hannover zu sehen, klicken sie hier.

Wir bleiben auf jeden Fall dran.

Die “Google Apps Professional Edition” und wir IT-Leute

Google erweiterte diese Woche die “Apps for Your Domain” um ein kostenpflichtiges Angebot. Für jährlich 38 Euro pro Account können Firmen zusätzlichen Speicherplatz nutzen und die Kommunikationsdienste über eine Schnittstelle in ihre Unternehmensstruktur integrieren.

In einschlägigen Foren und Blogs wird diese Ankündigung mit viel Skepsis und technischen Bedenken, von der IT-Community, hinterfragt. Ebenso wird dabei über die beschränkten Möglichkeiten der einzelnen Onlineprogramme gelacht. Die schwindende Innovationskraft von Google wird genüsslich angeprangert, da alle Google Apps keine Eigenentwicklung sind, sondern in Microsoft Manier, in die Firma einverleibt wurden. Somit sehen die meisten keine Chance für die Google Apps in den Betrieben. Diese Sichtweise ist aus subjektiver Sicht, und kurzfristig, nicht falsch. Die Ableitung dieser Konklusion auf die Zukunft von Google kann aber nicht funktionieren, da sie auf falschen Analogien beruht. Bei der Ankündigung von Google müssen wir einige Dinge in Betracht ziehen:

Die IT-Leute (wie wir bei scolab.ch) welche jetzt lachen, müssten eigentlich weinen. Die Google Apps sind mehr ein Angriff auf sie, als auf Microsoft. Es geht dabei um die ökonomische Ineffizienz, dass jede einzelne Firma ein paar Server kaufen, unterhalten, und updaten muss. Nicht zu vergessen, sie brauchen mehr und mehr teure IT-Leute welche für die Firma E-Mail und Kalender bereitstellen.
Wer Google Apps mit MS Office vergleicht, hat das ganze Bild nicht verstanden. Es ist als würde man sagen: „ein iPod kann keine Lieder schreiben“. Ob jetzt die Google Apps „Text & Tabellen“ integriert sind, ist auch noch nicht die ganze Geschichte. Die Bemerkung, man könnte ja stattdessen OpenOffice einsetzen, das wäre dann ganz gratis, ist ein Blick in die falsche Richtung. Den es geht nicht um den Preis der Applikation, sondern es geht um Kollaboration zwischen den Firmenteilnehmer der Google Apps. Es geht um Produktivitätsgewinn durch Kollaboration zu einem niedrigen Preis.

Die Integration von „Text & Tabellen“ ist eigentlich noch nicht der Rede wert. Wir können uns ja vorstellen, das in naher Zukunft der Google Reader, ein Präsentationstool (PowerPoint), Picasa Web Photo, Wikis, Blogs und weitere folgen werden. Einige sind ja schon da, jedoch noch nicht integriert. Alle diese Tools fördern die Produktivität wenn sie zusammenarbeiten können. Wenn die Benutzer gelernt haben, mit diesen Werkzeugen umzugehen, wird die Steigerung der Produktivität erheblich sein. Wiederum ohne zusätzliche Investition in die eigene oder die externe IT-Infrastruktur.

Wenn wir über “Technik” nachstudieren, dürfen wir nicht bloss darüber nachdenken wo wir jetzt stehen, sondern wo es hingeht. Was ist das Potential. Was Google anbietet ist gut, aber nur deshalb, weil es noch viel besser wird. Die Menschen werden produktiver zu einem niedrigeren Preis.

Wir IT-Leute müssen uns darauf gefasst machen, dass Firmen auf diese Plattform aufspringen werden. Die Kosten, welche gespart werden, sind wir…

PS: Bedenken gegenüber dem geballten Infopool “Google” sind natürlich berechtigt und werden in diesem Eintrag nicht betrachtet. Zwei bemerkenswerte Flashfilme zu diesem Thema findet man hier:

- In the year 2014 the New York times has gone offline

- Dresdner Kleinwort in 2015

Dell’s Tribut an Digg und Youtube

Es ist ein Zeichen der Zeit, dass interessante Dinge aus dem Web immer schneller von grossen, kommerziellen Firmen aufgegriffen und implementiert werden. Dell gab letzte Woche den Start einer neuen Webseite, namens IdeaStorm, bekannt. Benutzer können ihre Produkte- und Featureanträge, Änderungen in der Firmenpolitik, usw. mit der Dell Community teilen. Diese Anträge und Ideen werden dann im Digg.com-Stil bewertet und auf der Webseite platziert. Diese Ankündigung folgte genau einen Tag, nachdem Yahoo! Eine ähnliche Webseite veröffentlichte. Dell stellte ausserdem eine Video-Sharing Plattform, wie etwa youtube.com, zur Verfügung um Filmen einen Platz zu geben, welche sich um Themen rund um Dell drehen.

studio_dell.JPG    dell_idea_storm.JPG

Die Firma bestätigt seine intellektuelle Schuld an Digg.com und nennt IdeaStorm “eine Kombination eines schwarzen Brettes und Digg.com.” Die Idee, eine unmittelbare Antwort auf seine Produkt zu haben, ist nicht neu. Die eingegangenen Ideen zu verarbeiten, um so ein besseres Produkt zu haben, ist legitim. Diese Idee, das Internet für solche Zwecke zu nutzen, ist schon in den 95 Thesen des „Cluetrain Manifesto“ aufgeführt. Dies ist nichts anderes als eine logische Konsequenz unserer Online Welt.

Als ich das erste Mal auf der IdeaStorm Webseite stöberte lass ich einen Eintrag eines Dell Mitarbeiters, der sich einen eigenen IdeaStorm-Server im Intranet von Dell wünscht. Dies wirft eine weitere Frage auf. Nein, nicht die Frage wie enthusiastisch die Mitarbeiter von Dell gegenüber dem Kunden sind, sondern es geht ein bisschen weiter! Die Aussage dieses Dell Mitarbeiters macht, im Sinne des Marktes, keinen Sinn. Das ist für uns als neutrale Beobachter sofort ersichtlich. Glauben wir also plötzlich an die Worte des Sun CEO Jonathan Schwartz, dass ein Intranet ein Anachronismus ist? In diesem Zusammenhang macht diese Aussage plötzlich sehr viel Sinn. Auf jeden Fall ist es ein Tribute für die ökonomische Verwendung von Paradigmen welche Digg.com und youtube.com populär gemacht haben. Nicht alle sehen das so. Viele Internetbenutzer haben ihren Unmut, über diese offensichtliche Kopie bestehender Ideen von Dell und Yahoo, in den Blogs niederschrieben. Für mich ist es nichts als folgerichtig wenn eine Firma versucht einen Trend für sich zu nutzen. Auf jeden Fall besser als bestehende Ideen zu patentieren und somit das Entstehen von Neuem zu erschweren.

Ich hoffe, dass dem Vorbild Dell mehr Firmen folgen werden und eine echte Kommunikation mit dem Endverbraucher entstehen kann. Ich freue mich jetzt schon auf neue Ideen, welche diese Kommunikation zwischen Produzent und Verbraucher an ihr Limit stossen.

Online Collaboration Umfrage vom “Exchange User Experience Team”

Das MS Exchange Team hat auf ihrem Blog eine Online-Umfrage durchgeführt. Die Zusammenfassung der Auswertung wurde nun publiziert und kommentiert. Hier die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage:

55,4% der Umfrageteilnehmer benutzen im Minimum einmal die Woche ein “Conferencing Tool” (LiveMeeting, NetMeeting, WebEx, etc.). Diese Tools werden insbesondere für Präsentationen und Zusammenarbeit genutzt.

Interessant ist auch die Tatsache, dass sehr viele Umfrageteilnehmer mit Personen in anderen Zeitzonen oder Ländern zusammenarbeiten. Detailierte Zahlen in der Grafik.

exchange_collab_surveys1.jpg

 
« Folgende EinträgeVorherige Einträge »