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Kein Gratis Mittagessen – Sharepocalypse 34

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Kein Gratis Mittagessen in der Dotcom-Blase 2.0: Cloud-Anbieter locken mit günstigen Angeboten und ändern danach die Spielregeln.Der Brexit wird uns mehr digitale Überwachung bringen. Die mangelnde Security und Privacy im Internet der Dingen hat das Potential die Welt in ein Chaos zu stürzen. Der Streit von Spotify und Apple unterstreicht die Notwendigkeit Monopole aufzubrechen. Das Bot-Netzwerk Windows 10 wird aggressiver. 

 

Kein Gratis Mittagessen

Microsoft war in dem Konkurrenzkampf zuvor mit dem unbegrenzten Volumen für Abo-Kunden vorgeprescht. Mit dem uneingeschränkten Speicher in Microsofts Cloud OneDrive – ist es nun für Kunden der Bürosoftware Office 365 vorbei. Das Unternehmen kappt sein unlimitiertes Angebot wieder. Auch die kostenlosen Onedrive-Zugänge wurden ebenfalls deutlich beschränkt. Ab Anfang 2016 sind es maximal 5 GByte statt derzeit 15 GByte.

Auch der Cloud-Dienst Evernote erhöht die Preise und schränkt den Gratis-Zugang ein. Nicht-zahlende Nutzer mit dem Account-Typ „Basic“ können auf ihre Notizen künftig nur noch mit maximal zwei Geräten zugreifen, wie das Unternehmen in einem Blog-Posting mitteilt. Das Limit soll ab Ende Juli aktiv werden.

Kein Gratis Mittagessen – Dotcom-Blase 2.0

Zwei bekannte Beispiele von vielen. An diesem Vorgehen manifestiert sich die Dotcom-Blase 2.0. Diese Blase äußert sich allerdings viel subtiler, als die erste Blase. Das Schema das man dabei beobachtet ist immer das folgende: Man baut einen Prototypen und sammelt ‚Seed Money’ (Wagniskapital) ein. Danach interessieren sich alle nur noch für Nutzerzahlen. Aus diesem Grund bietet man seine Dienste gratis oder in einem Freemium-Model an. Hat man die Nutzerzahlen, sammelt man weiteres Kapital ein und schaut später wie das Geld reinkommt, statt von Anfang an ein tragfähiges Geschäftsmodell zu schaffen.

Irgendwann hat man alle potentiellen Benutzer erreicht und das Wachstum stagniert. Nun wollen die Kapitalgeber mal langsam etwas was von ihrem Geld + Risikoaufschlag + Zinsen zurückhaben. Nun dann, machen wir uns an die Monetarisierung. Blöderweise hat man genau die Kunden angelockt, die man dabei eigentlich nicht will: Die Nichtzahler. Also schränkt man das Angebot immer weiter ein oder macht den Kunden zum Produkt (z.B. indem man eine Werbeplattform wird). Klar, dass das die Kunden letztlich verärgert, weil sich der Deal für sie verschlechtert.

Das wiederum ist keine gute Basis für die Zukunft! Aber wen wundert es, es gibt eben kein gratis Mittagessen in der Dotcom-Blase 2.0.

Das Bot-Netzwerk Windows 10 wird aggressiver

Der Postillion machte sich schon im Mai 2016, in einem herrlichen Parodie-Artikel „8 fiese Tricks, mit denen Microsoft seine Nutzer zum Update auf Windows 10 zwingt“ wie Microsoft die Benutzer zum Upgrade zwingt. Das erste scherzhafte Beispiel des Artikel „“Schließen“-Button, der sich im letzten Moment verändert“ zeigt wie Microsoft ihr eigenes Bedienkonzept auf den Kopf stellt um die Nutzer zu täuschen.
Was damals als Scherz gedacht installiert Microsoft über ihre Update-Funktion tatsächlich auf die Rechner von Windows 8-Benutzer. Ein Klick auf das rote „X“ des Fenster schließt das Fenster zwar weiterhin, doch verhindert nicht das Upgrade. Im Gegenteil: Man stimmt ihm dabei zu. Als Begründung für die Methode behauptet Microsoft, dass die Kundschaft es so wolle!

„Aufgrund des Feedbacks von Kunden wird aktuelleren Versionen der App „Windows 10 herunterladen“ (GWX) der Zeitpunkt des geplanten Upgrades bestätigt, und es wird eine weitere Möglichkeit zum Abbrechen oder Neuplanen des Upgrades bereitgestellt“.

Den UX-Spezialisten von Microsoft, die sich mit Verhalten von Microsoft-Software beschäftigen, kommen vermutlich heute noch die Tränen vor Lachen, wenn sie an die Sitzung zurückdenken, als dass beschlossen wurde. Aber man soll ja auch lernen, deshalb machen wir das in der Firm ab jetzt auch so. In den AGBs haben wir neu;

„Zerreißen und in den Papierkorb werfen des Vertrages gilt als schlüssige Zustimmung. – Vielen Dank für ihren Auftrag“.

LinkedIn-Passwort-Leck hat desaströse Ausmaße

Beim Passwort-Diebstahl gab LinkedIn bereits 2012 eine erbärmliche Figur ab. Jetzt stellt sich auch noch heraus, dass nicht nur die damals veröffentlichten 6 Millionen Passwörter geklaut wurden, sondern über 100 Millionen im Untergrund gehandelt werden.

Internet of Things Security

 

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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