Live Mesh – Groove in der Internet Cloud?

Ray Ozzie sprach bereits an der MIX08 von dem neuen Produkt namens Live Mesh. Er gab einige Hinweise um was es gehen wird. Nun ist das Produkt da. Allerdings nur für 10‘000 registrierte Beta-Tester. Ich habe mich auf der MIX08 schon für den Beta Test registriert. Deswegen hoffe ich, dass ich Live Mesh bald live sehen kann. Nun um was geht es genau?

Live Mesh startet mit der Idee das der Benutzer in das Zentrum seiner Computer und Geräte Umgebung kommt. In der aktuellen Betaversion können nach der Anmeldung für den Service PCs, auf denen Windows Vista oder XP läuft, ins persönliche so genannte Mesh eingebunden werden. Danach kann man auf den Geräten befindliche Ordner im Mesh freigeben, wodurch sie automatisch jederzeit zwischen allen Geräten und auch dem “Live Desktop” im Internet synchronisert werden. Diese Ordner können zudem für weitere Meshes anderer Nutzer freigegeben werden. So kann man Live Mesh zusätzlich als simples Kollaborationstool verwenden. Ausserdem bietet Live Mesh über den „Live Remote Desktop“ Fernzugriff auf alle eingebundenen PCs. So kann der User nicht nur die Daten sondern auch die darauf befindlichen Programme nutzen. Im Live Mesh enthalten ist auch der “Live Desktop”. Über diesen kann man sich auch von fremden Geräten aus in sein eigenes Live Mesh einklinken.

Die Parallelen zu Groove sind an vielen Ecken und Kanten zu erkennen. So ändert sich das Icon eines im Mesh freigegebener Ordner wie in Groove. Ebenso habe ich eine ähnliche Benutzer Steuerung an einem freigegeben Ordner wie in Groove. Auch die Funktionalität des Synchronisierens von Dateien ähnelt sehr der Funktionsweise von Groove und auch Lotus Notes. Es scheint, dass alle Technologie in der Ray Ozzie in seiner Karriere beteiligt gewesen ist sich im Live Mesh wieder finden. Warum das so ist schildert Ray Ozzie in einem Interview auf Channel 9.

Live Mesh soll letztendlich, gemäss General Manager Amit Mital in einem Blogeintrag schildert die Standard-Drehscheibe sein, über die Anwender von überall her ihre persönliche “digitale Welt” Geräte, Daten und Applikationen verwalten und nutzen können. Dies soll für möglichst alle gebräuchlichen Endgeräte, vom Handy bis zum Desktop, unabhängig vom Betriebssystem möglich werden. Eine Version für Mac OS X ist bereits auf der Webseite angekündigt. Gemäss Noah Edelstein (in einem Interview auf Channel 10) soll Live Mesh auch eine Plattform sein, auf der andere Softwareentwickler Zusatzanwendungen schreiben können.

Das alles klingt noch nicht sehr aufregend: Es gibt schon viele Tools für Fernzugriff, File-Synchronisation sowie das Speichern und Teilen von Daten übers Internet. Dass Microsoft diese in einem Service zusammenfasst, scheint nützlich aber nicht revolutionär. Mit Live Mesh verfolgt Microsoft aber trotzdem ehrgeizige Ziele: Der Service soll vermutlich ein Eckstein der “Software + Services”-Strategie werden. Dadurch hofft der Softwareriese, auch im Internet der Zukunft eine Schlüsselrolle zu behalten. Konkurrenten wie Google, IBM, Sun und Co. tendieren zu einer Zukunftsvision, in der immer mehr PC-Applikationen in die “Cloud”, die Internet-Wolke, abwandern, während die Endgeräte mehrheitlich zu reinen Zugangs- und Eingabegeräten werden, deren Betriebssystem keine Rolle spielt. Microsoft hingegen möchte die Applikationen selbst so weit wie möglich auf den Endgeräten halten. Die aus dem Internet gelieferten Services, wie eben Live Mesh, sollen es ermöglichen, dass auch so die gleichen Vorteile und der Komfort – unter anderem Zugriff von überall und einfache Zusammenarbeit – geboten werden können wie durch reine Internet-Services.

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