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Portal Trends 2012

Michael Greth und ich haben uns im letzten AlpenPodcast über das vergangene Jahr unterhalten. Ein Kollege sprach mich nun darauf an: was ist dann mit der Aussicht auf 2012. Nun, wir alle wissen das solche Aussagen immer ganz heikel sind. Retrospektive Zusammenfassungen sind ja einfach. Trotzdem versuche ich mal die Portal Trends, die ich persönlich wahrnehme, für das nächste Jahr auszubreiten.

Generell lässt sich sagen das Microsoft das Thema „Private Cloud“ bei ihren Kunden weiter sehr stark positionieren wird. Das bedingt, dass wir von der SharePoint Architektur Lösungen oder zumindest Aussagen bereithalten sollten. Ein guter Anlaufpunkt ist: http://sharepointintheprivatecloud.wordpress.com/.

Was immer wir im nächsten Jahr planen: Flexibler und elastischer muss es werden.

Das Thema Mobile wird uns weiter beschäftigen. Schon heute sind wir mit diesen Anforderungen konfrontiert. Mit dem Erscheinen der Galaxy Tabletts wird der Druck vermutlich noch grösser. Immer mehr Firmenkunden lassen ihren Anwender die Corporate Informationen auf diesen Geräten empfangen. (Mehr zu diesem Thema ein bisschen weiter unten im Abschnitt Portal Design Trends.)
Enterprise 2.0. Social Media ist ein ewiges Thema das bei fast allen Firmen immer wieder hochkommt. Bisher waren aber alle dann irgendwie doch noch nicht so richtig bereit. Im Zusammenhang mit der weiteren Ausbreitung von Mobilen Geräten in den Firmen wird dieses Thema nun erneut angegangen. Wichtig ist es zu erkennen, dass dieses Enterprise 2.0 kein IT-Thema ist, sondern ein Thema für die Corporate Communication Abteilung. Nur weil man ein Facebook und ein  Twitter Account hat ist man noch kein Social Media Spezialist.

Portal Design
Ebenso wie das Thema „Private Cloud“ wird Microsoft im nächsten Jahr SharePoint als WCM-Plattform positionieren. Das gibt uns Dienstleistern neue Aufträge und das ist gut so. Allerdings ist unsere Konkurrenz in diesem Bereich sehr, sehr stark. Diese Lösungen reagieren sehr viel schneller als Microsoft auf aktuelle Trends.
Das Konzept der mobilen Apps hat gezeigt das fokussierte Software Probleme oft dynamischer lösen als monolithische Feature starke Lösungen. Diese Erkenntnis schlägt sich direkt auf Portallösungen durch. Die Kunden werden mehr Fokus auf Themen wie „User Experience“, „Interaction Design“ und Informations-Architektur legen. Themen wie der reine Betrieb der Lösung werden langsam verschwinden weil sie im Zusammenhang mit der oben genannten „Private Cloud“ als „commodity“ wahrgenommen werden.
Was bedeutet das konkret? Das was gemeinhin als „Responsive Web Design“ bezeichnet wird, wird im nächsten Jahr aus den Kinderschuhen herauswachsen und umgesetzt. Die Unterschiede der Vielzahl der mobilen Geräte werden uns dazu zwingen. Statt Portale mit fixen Werten zu entwickeln, müssen wir dynamische Layouts schreiben die mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Stylesheets auf unterschiedlichen Geräten angezeigt werden können. Das Web ist voll mit Hilfsmittel zu diesem Thema. Wie etwa tiny fluid grid.

Im Gegensatz zu dem weiter unten erwähnten „Fixed-Position Navigation„ zeigt sich in den reinen Portalen, die mit sehr viel Information umgehen müssen einen Trend zu Multi-Column Menus. Der Grund liegt darin, dass wenn zu viele Navigationslink vorhanden sind, Teile davon in die Seitennavigation (Quick Nav) verschoben werden. User Experience Tests haben aber gezeigt, dass eine Zersplitterung der Navigation von den Benutzern nicht immer richtig verstanden wird. Aus diesem Grund empfiehlt es sich alles in der Top Navigation zu behalten. Um dieses Problem zu lösen haben sich die erwähnten „Multi-Column Menus“ entwickelt. Ein gutes Beispiel ist etwa Best Made Company:

Aber auch einfachere Lösungen wirken immer noch sehr elegant und aufgeräumt (http://neuarmy.com/)

Ein anderer Weg um dieses Problem zu lösen sind „Footer Navigation“. Immer mehr Portale lassen den Footer mit sehr vielen Links konstant stehen und geben dem Benutzer so zwei Navigationselemente (oben und unten). Dies ist für die Benutzer deutlich logischer als die SharePoint typische Verteilung in Top- und Quick Navigation.



Allgemeine Site Design Trends


Fixed-Position Navigation
: Im letzten Jahr kam dieser Trend auf und der wird sich nächstes Jahr weitersetzten. Die Idee ist, dass man auf Seiten die wenige Navigation benötigen, die Navigation nicht versteckt sondern als zentrales Element stehen lässt. Dieses Vorgehen kann neben dem Design Effekt die Website Performance dramatisch verbessern. Mittels jQuery kann hier sehr schnelle Lösungen bauchen. Aber auch ohne aktivierten JavaScript kann mit ganz kreativen CSS Code Lösungen solche Effekte erreicht werden. Ein gutes Beispiel für diesen Effekt ist die Site von Simon Wuyts.

Grosse visuelle Elemente: Ein weiterer Trend, der im Zusammenhang mit Enterprise 2.0 steht, ist das man übergrosse Maskottchen auf die Site platziert. Die Idee dahinter ist es, dem Inhalt eine Identität zu geben (Maskottchen) welches sich dann positiv auf die Akzeptanz überträgt. Die Qualität dieser „Vector Arts“ wurde auch immer besser und gibt den Seiten definitiv einen „fröhlichen“ Anstrich. Zwei Beispiele hier: Firefox und MailChimp.

Natürlich gibt es weitere Trends wie etwa HTML 5/jQuerry/CSS Animationen oder „web save fonts“. Auch sieht man immer mehr Infografiken im Intranet. Bitte schreibt doch als Feedback welche Trends Ihr seht oder welche ich vergessen habe.

(Diesen Artikel habe ich für den SharePoint Advent 2011 geschrieben. Wie bereits erwähnt: Wer Lust auf gute Artikel und Geschenke hat sollte dringend diesen Blog ebenfalls abonieren.)

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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