Resümee der Deutsche SharePoint Konferenz 2008

Ich bin gerade von der SharePoint Konferenz zurück und durch die blossen Ausmasse des Ereignisses noch etwas erschlagen.

Vertreten auf den Bühnen waren grösstenteils Beratungsunternehmen mit ihren Kunden und entsprechenden Showcases, es gab – wie üblich – recht viele Beiträge nach dem Standardschema “das Leben davor vs. das Leben danach und Lessons Learned”, eine Menge Integrationsberichte und Custom Solutions. Selbst die Präsentation von MOSS Standardfunktionalitäten wie z.B. Out-of-the-Box Workflows in praktischer Anwendung wurde den Partnern überlassen.

Auffällig war, wie stark wir uns nach dem Greifbaren sehnen. Die Hörsäle, in denen live demonstriert, besser noch, konfiguriert und entwickelt wurde, waren ausnahmslos überfüllt. Je anwendungsnäher der Titel des Vortrags, desto früher musste man kommen, um nicht in den Gängen oder draussen vor der Tür stehen zu müssen:

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Sollte jemand den Vortragenden auf dem Foto nicht erkannt haben – es handelt sich um Michael Greth, der mit seinen 2 Vorträgen über die Nutzung von DataViews im Sharepoint Designer sowie über Community-Ressourcen zum Thema Sharepoint vor allem folgendes bewiesen hat: durch einen gekonnten Umgang mit Daten (SharePoint Bibliotheken und Listen, WebServices, XML-Dateien, BDC und was sonst noch alles SP/MOSS zu bieten hat), externen Diensten und dem in diversen Communities angesammelten Wissen ist man imstande, in kürzester Zeit wahrhaftig umwerfende Ergebnisse zu generieren. (http://www.SharePointLive.tv, ein während dieser Session u.A. über die Entstehung der o.g. Seite aufgenommene Video ist auf derselben ebenfalls zu sehen. Autopoiesis in seiner höchsten Form).

Als ich im Programm den Titel “Visio Services for Office SharePoint” sah, musste ich – zugegeben – kurz überlegen, wie ich ein solches Feature verpassen konnte. Ich bin zwar noch nicht dazu gekommen, etwas sinnvolles mit Visio integrationstechnisch anzustellen, die potentiellen Einsatzgebiete sind aber zahlreich, insbesondere habe ich mich (als ehemaliger BI-Consultant) über die Möglichkeiten der Datenvisualisierung gefreut. Bei dem erwähnten Beitrag handelte es sich schlussendlich um eine experimentelle Lösung der Firma Plan-B GmbH, das Ergebnis liess sich aber durchaus sehen. Visuelles Reporting über Produktionsräume mit Drilldown-Funktionalität ist schliesslich nicht selbstverständlich. Später habe ich noch einen Aussteller mit einem eigenen Integrationsszenario für Visio entdeckt, in dem man zwar die Visio-Installation auf dem Client vorausgesetzte, die automatisch generierte grafische Repräsentation von Workflow-Historien sah aber sehr beeindruckend aus. Es ist klar, dass Microsoft früher oder später mit einer eigenen Lösung für Visio-browserfähig-machen kommen wird – schliesslich scheinen die Excel Services gut angekommen zu sein – aber solche Experimente der Community sind als Trendsetter sehr richtungsweisend.

SharePoint/MOSS ist definitiv keine triviale Zielplattform für Anwendungsentwicklung und -Deployment. Team Foundation Server ist bei vielen SP-Entwicklungsteams im Einsatz, allerdings nicht jeder greift auf seine Unterstützung konsequent entlang des gesamten Zyklus zu, wenn es um SharePoint-Projekte geht. Schliesslich fliessen auf dem Zielsystem verschiedene Modifikationen zusammen, sowohl die der “Binary”-Linie (Features/Solutions)als auch Anpassungen, die mit dem SharePoint Designer oder über die Administrationsoberfläche von den Endanwendern gemacht werden. Die Kollegen von Steria Mummert Consulting verfolgen einen sehr durchdachten Ansatz bzgl. des Team Foundation Servers für Application Lifecycle Management in SharePoint/MOSS-Projekten. Nicht nur setzen sie TFS durchgängig für Development, Build und Deployment Management ein, sie ermöglichen sogar eine Rückkopplung für die auf “unkontrollierte” Art und Weise entstandenen Änderungen im Zielsystem auf die Entwicklungssysteme, somit verläuft die Entwicklung nicht mehr in der üblichen sterilen Umgebung, was einige mögliche Inkompatibilitäten im Vorfeld ausschliessen lässt.

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