Permalink

off

SharePoCalypse 15 – Von Klötzchen und Wolken

SharePocalypse_15

Wir leben in einer Welt in der für virtuellen Klötzchen mehr bezahlt wird als für real existierende Hardware. Microsoft kaufte das Entwicklerstudio Mojang und damit primär Minecraft für 2.5 Milliarden US-Dollar. Ein bisschen mehr wie IBM damals für seine gesamte Serversparte an Lenovo bezahlt hat. In der Zwischenzeit entwickeln Ex-Mitarbeiter von Yammer, Nokia, Microsoft, Facebook und Skype Tools für das Enterprise Messaging. Auch Apple reiht sich bei den Nachahmer ein und veröffentlich eine Uhr, die eigentlich niemand haben will.


‚Show notes‘ und Links

Yahoo und Prism: Die US-Regierung hat den Internetkonzern Yahoo 2008 mit einer millionenschweren Strafandrohung dazu gezwungen, massenhaft Nutzerdaten an die Geheimdienste zu geben. Das geht aus einem Blogpost von Yahoo, der die Bekanntgabe der Gerichtsdokumente ankündigt. Die Dokumente findet man auf der Seite von Center for Democracy & Technology.
Yahoo habe die entsprechenden US-Überwachungsgesetze damals beim Geheimgericht Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) angefochten jedoch bei den Prozessen nur eine Niederlage erreicht. Diese Niederlage führte laut der «The Guardian» schliesslich dazu, dass Yahoo beim PRISM-Programm des Geheimdienstes NSA mitmachen musste. Andere Firmen wie Google, Facebook und Apple folgten. Microsoft sei schon vor dem damaligen Yahoo-Verfahren auf die Forderungen der Regierung eingegangen, wird berichtet.
Die Aussagen von Yahoo decken sich mit denjenigen von Rajesh De, (General Counsel for the National Security Agency). Er sagte bereits im März 2014 in einem Hearing der US Regierung aus, dass PRISM (und andere Internet Spionage) mit dem vollen Wissen und Beteiligung aller involvierten Firmen geschah.

NSA hat deutsche Provider gehackt: Mitte September berichtet Eduard Snowden via dem Spiegel, dass der US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ an einer Echtzeitkartografierung des Internet arbeiten. Unterlagen zum Programm „Treasure Map“ würden demnach mehrere deutsche Internetprovider zeigen, zu denen sich die ausländischen Geheimdienste direkten Zugang verschafft haben. Explizit genannt werden in dem Bericht Server-Zentren der Telekom, von Netcologne, Stellar, Cetel und IABG.

Im Zuge dieser Enthüllung publizierte «The Intercepts» einen skurrilen Film in dem System Architekten von Stellar mit Passwörtern und Logins von Kernkomponenten in ihrem Netzwerk konfrontiert werden.

Gemäss heise hat Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet. Diese Ermittlungen werden wohl im Leeren verlaufen, da die Ermittler nach mehreren Wochen herausfinden werden, dass die Täter im Ausland sitzen und damit leider nicht belangt werden können 🙂

Enterprise Messaging Dienste: Die aktuelle Entwicklung zeigt wie unkreativ die Szene ist. Es zeigt sich „einmal Erfolg“ heisst nicht „immer Erfolg“. Hier die Liste des immer Gleichen:
Ex-Skype Engineers: Fleep
Ex-Yammer Management: Cotap
Ex-Nokia President und CEO Olli Pekka Kallasvuo: IMbox.me
Ex Microsoft Ray Ozzies: Talko
Ex Facebook Paul Adams: Intercom
TigerText
Convo
Slack
HipChat

Alle das um gegen Yammer anzutreten, die selber mit „Yammer Now“ ins Rennen starten.

Als einzige Ausnahme in dieser Liste gilt sicherlich Bleep von BitTorrent Lab. BitTorrent Bleep verbindet P2P-Technologie mit Verschlüsselung zu einer sicheren Möglichkeit zur Kommunikation. Der Messenger ermöglicht den Austausch von Text-Nachrichten und lässt euch VoIP-Telefonate führen.

Microsoft und Minecraft: Das Magazin t3n erklärt den Mega-Deal hinsichtlich kommerziellen und emotionellen Werten.

Apple Pay: Die „Washington Post“ beschreibt im Artikel „So you want to hack Apple Pay?“ den Security Hintergrund rund um Apple Pay.

 

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

Kommentare sind geschlossen.