Permalink

off

SharePoCalypse – Handeln statt twittern

SharePocalypse_11

Glenn Greenwalds Buch ‘Die totale Überwachung’ hat in den letzten Wochen ein paar Affären losgetreten. Die Cisco-Router sind mit Malware vollgepackt und spionieren für die NSA direkt in der Firmen- und Telco-Backbone-Infrastruktur. OneDrive und Skype werden doch abgehört und offensichtlich spioniert die NSA auch für die amerikanische Wirtschaft.

‚Show notes‘ und Links

NSA hat CISCO Produkte abgefangen und mit Malware bestückt

Jacob Appelbaum hat anfangs des Jahres bereits behauptet, die NSA fange per Post versandte Geräte ab, um darauf Spyware zu installieren. Nun untermauert Glenn Greenwald diese Anschuldigung: Betroffen seien unter anderem Router und Server von Cisco.
Wann klagt man endlich gegen diese Machenschaften? Sonst rennt die Grossindustrie selbst in abwegigen Fällen doch bis vor den obersten Gerichtshof. Ohne Klagen wirkt der Cisco Protest nur völlig halbherzig und letztlich unglaubwürdig und somit wie eine Art Placebo-Beruhigungspille gegenüber den Kunden!

Woher bekommt das NSA Labor wohl Siegelaufkleber, Leerverpackungen, Entwicklungswerkzeuge, interne Produktdokumentationen. Support etc.. Solche Operationen funktionieren nicht ohne Mithilfe des Herstellers. Diese ganze Entrüstung ist Fake.

Microsoft will die NSA-Hackereinheiten stoppen

Microsoft will sich laut Microsofts Chefjustiziar Brad Smith an die Spitze der Industrie beim Datenschutz stellen. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Google scanne man bei den eigenen E-Mail-Diensten keine Nachrichten, um zielgerichtete Werbung einzuspielen. Das gleiche gelte für Internet-Telefonate oder Instant Messaging per Skype sowie für Daten in Microsofts Cloud-Dienst. Die Nutzer müssten selbst entscheiden, ob und was dieser Wert ihnen bedeute. Dass Skype auch in NSA-Dokumenten auftaucht, könne er sich genauso wie viele andere aus dem Kontext gerissene Folien aus dem Snowden-Fundus nicht ganz erklären. Seit die Firma zu Microsoft gehöre, gälten für sie die gleichen Bestimmungen zur Datenherausgabe wie für den ganzen Konzern.

Kann das stimmen, nachdem wir wissen, dass Microsoft systematisch per Skype übertragende Links durchsucht hatte und erst damit aufhörte, als das auffiel und durch die Presse ging?

Microsoft gab NSA & Co wohl Zugriff auf OneDrive, Skype & Co

Die NSA hat oder hatte offenbar anders als von Microsoft im Zuge der letztjährigen Enthüllungen aufgrund der Dokumente von Whistleblower Edward Snowden behauptet, umfangreichen Zugriff auf die Daten der Nutzer von Diensten wie Outlook.com, OneDrive und Skype.

US-Firmen müssen Daten von europäischen Servern offenlegen

Doppelte Gerichtsbarkeit bedeutet den USA nichts. Dieses Verhalten kann man gut beim Bankenstreit zwischen der Schweiz und den USA beobachten. Im Sinne von: „Ihr habt zwar nach dem Wortlaut des Gesetzes gehandelt, aber nicht nach dem Sinn des Gesetztes“. In diesem Sinne gab es in den USA ein Gerichtsentscheid das amerikanische Firmen ihre Kundendaten auch dann den Behörden schuldig sind wenn diese gar nicht in den USA liegen.

re:publica 2014 Sascha Lobo Standpauke, die die Netzgemeinde ins Mark trifft

Für seinen Vortrag an der re:publica hat Sascha Lobo analysiert, wie viel uns das Internet wert ist. Die ernüchternde Antwort: quasi nichts. Klar: Retweets, Likes und vielleicht mal die eine oder andere Online-Petition, für deren Unterzeichnung man seinen Hintern nicht vom Sofa erheben muss. Aber, wie Lobo eindringlich klar machte: Durch dieses Verhalten verändert niemand die Politik. Und dabei müsste genau das passieren.

Man ärgert sich ein bisschen über die Politiker und installiert ein paar PlugIns und das war.
Und wenn man es wieder bringt heisst es: schon wieder NSA… nach fünf Mal sollte endlich mal was anderes kommen. NSA ist vorbei. Der Meteorit hat eingeschlagen und wie betrachten es als News.

Wir müssen kämpfen dass die totale Überwachung nicht zum Standard wird. Irgendwann sagen unsere Kinder sonst, das ist doch normal.

Sascha Lobo plädiert in seinem Vortrag neue Begriffe zu benutzen: Spähangriff, Spitzelattacke und Totalüberachung statt NSA-Affäre. Die Leute sind Überwacher und Spähradikale. Man muss sie beim Namen nennen. Sie sind Antidemokratisch, Grundrechtsfeindlich, Sicherheitsfeindlich (hearblead).

Links

Mobile Payment in UK: http://www.paym.co.uk/
Stop BÜPF Demo: http://stopbuepf.ch/

stop buepf

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

Kommentare sind geschlossen.