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Wachsam bleiben – Sharepocalypse 35

Wachsam bleiben Pokémon Go

Selbständig fahrende Autos haben keine Moral. Die Signale von Graphen arbeiten gegen uns. Datenschleuder ‚Pokémon Go’. Microsoft und Salesforce schlüpfen unter den Privacy Shield. Grönlandhaie werden 400 Jahre alt.

Die Sharepocalypse ‚Pokémon Go‘

Wohin Pokémon Go seine Daten überträgt, hat die Webseite mobilsicher.de vom Security-Blogger Mike Kuketz analysieren lassen: Demnach funkt Pokémon Go nicht nur verschlüsselte Daten zu den Servern von Niantic, sondern übermittelt Nutzerdaten auch zu Rechnern von Unity Technologies, Apteligent und Upsight. Alle drei kalifornischen Unternehmen verdienen ihr Geld unter anderem mit der Auswertung von Nutzerdaten für Werbezwecke.

Neben den reinen Benutzerdaten kommen Bewegungsprofile der Spieler. Pockémon Go hält Anwender dazu an, die App permanent laufen zu lassen, um unterwegs Pokémon-Eier auszubrüten. Die Daten nutzt Spiele-Hersteller Niantic beispiesweise, um im Spiel Werbung an Läden und Event-Veranstalter zu verkaufen. Bezahlt werden soll die Werbung je nach Anzahl von Pokémon-Spielern, die den beworbenen Ort zur Zeit der Aktion besucht haben.

Laut heise online würde die kompletten Nutzungsbedingungen von Pokémon Go und den Pokémon Trainer Club ausdrucken, käme man locker auf 20 Seiten reinste Bleiwüste.

Haben selbstständig fahrende Autos keine Moral?

Können Maschinen gut oder böse sein? Kann man von einer Moral der Maschinen sprechen? Verwendet man Regeln oder Fälle? Hat die Maschinenethik eine Existenzberechtigung? Ist sie Konkurrenz oder Pendant zur Menschenethik? Letzten Endes geht es darum, ob bzw. wie man (teil-)autonomen Systemen so etwas wie Moral beibringen kann.

Ein klassisches theoretisches Beispiel ist ob ein selbständig fahrendes Auto sein zwei Passagiere oder fünf Fußgänger töten soll. Um sich die Frage selber zu stellen hat das MIT die ‚Moral Machine’ online geschaltet. Dort kann man sich die moralische Frage selber stellen um zu sehen, dass man seine eigene Moralvorstellung nicht in jeder Situation durchsetzen kann.

Update: Die ersten US-Firmen sind unter den Privacy Shield geschlüpft

Microsoft und Salesforce gehören zu den ersten Unternehmen, die Daten zwischen EU und USA unter dem Schutz des Privacy Shield übertragen wollen. ‚Privacy Shield’, der umstrittene Nachfolger des ‚Safe harbour’ Abkommen ist EU-Politik par excellence: Schaden für EU, Profit und Freibriefe für US-Datenkraken.

Nach dem Gesetz darf einem Nicht-EU-Staat („Drittland“) nur ein „angemessenes Datenschutzniveau“ (Par. 4 BDSG) bescheinigt werden, wenn es auf dem Niveau Europas liegt. In Europa geht man bei Datenschutzverletzungen aber ins Gefängnis – zumindest wird man damit umfangreich bedroht (Par. 43, 44 BDSG), in den USA gibt es nur eine einzige sehr enge Spezialvorschrift.

Und Manager von großen Konzernen haben keine Angst vor schnöden Geldbußen, die letztlich die Manager-Haftpflichtversicherung zahlt. Die haben nur Respekt vor dem Staatsanwalt.Die Folge: US-Manager lachen sich uns Fäustchen, EU-Manager schwitzen und wissen nicht, wie ihnen geschieht.

Update: Microsoft muss Daten aus EU-Rechenzentrum nicht der US-Regierung übergeben

Microsoft hat im Streit um den Zugriff auf Nutzerdaten einen wichtigen Sieg gegen die US-Regierung errungen. Das angewandte Gesetz gebe Gerichten keine Handhabe, die Herausgabe von Daten anzuordnen, die ausschließlich auf Servern in Drittländern gespeichert seien, heißt es in dem Urteil.

„Also, wird die US Regierung den BND beauftragen die Daten zu besorgen. Oder vielleicht die Engländer? Sie liefern eh alles freiwillig. Ohne Gerichtsbeschluss versteht sich. Denn viele Berichte legen nahe das wenn man MX-Einträge von bestimmten deutschen Office365-Kunden abfragt, denen Microsoft zusichert, sie würden ihre Daten u.a. in Irland und garantiert nicht in Großbritannien speichern, dann werden IP-Adressen im Bereich 213.199.154.x geliefert. Also doch n Großbritannien. In diesem Fall werden die Daten durch den GHCQ an die amerikanischen Behörden geliefert. Also, rechtliche Sicherheit aber keinen Fall Data Privacy.

 

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Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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