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Warum Microsofts HoloLens ihren Betrieb auf den Kopf stellen wird

Hololens_Sensorification

Die HoloLens zündet die „Sensorification of the Enterprise“.

Alle lieben Microsofts HoloLens. Nur: warum? Die Microsoft Fan-Boys lieben so wie so alles was von Nord-Westen der USA kommt. Hauptsache irgendetwas innovatives. Ob Fitnessbarmband, Telefon oder Holo-Brille. Die grossen Tech-News Seiten wie WIRED oder ‚The Verge‚ sind die anderen grossen Verehrer. So positiv wie sie schreiben könnt man meinen es seien PR-Artikel. Zusammen mit Microsoft rückten alle Berichte und Blogs die Anwendungsfälle in denn privaten Bereich. Eine Ausnahme war das Mars-Forschung und das Design-Beispiel. Wirklich?

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Peaches Industries

Als Microsoft die HoloLens –Vision vorstellte, war mir klar; so werden wir in Zukunft arbeiten. Ich in diesem Moment genau wie in den Unternehmen zukünftig gearbeitet wird.

Ich nenne die HoloLens bis jetzt nur eine Vision. Weil ich dem Versprechen, das Microsoft das Unmöglich schafft und diese Brille in diesem Jahr noch verfügbar und vor allem bedienbar macht, nicht glaube. Bisher ist die Firma ja nicht ausschliesslich dadurch bekannt geworden, Qualität und Prozesse bei Software und User Experience im Griff zu haben. Bei Windows 8 müssen mittlerweile die Patches manchmal selbst noch gepatcht werden. Das Xbox-Interface zusammen mit der Kinnect Gestensteuerung ist eigentlich unbrauchbar. Da scheint es fraglich ob ich mich mit der HoloLens fehlerfrei in einer teilweise virtuellen Welt bewegen kann die Handgesten und Spracheingaben fehlerfrei versteht.

Zugegeben, diese lächerliche und unvisionäre Kritik ändert nicht ans der grundlegenden Feststellung das Microsofts HoloLens-Vision das Potential hat unsere Arbeit zu revolutionieren.

Während den letzten Jahren hatten viele Konsumenten zentrierte Firmen ihren „aha“-Moment. Sie sahen das viel mehr Besucher über Mobile Browser auf ihre Webseiten zugriffen als über Desktop Browser. So begannen sie diese Seiten auf mobilen Zugriff hin zu optimieren. Heute passiert etwas Ähnliches in der Unternehmenswelt. Grosse Unternehmen haben gerade ebenfalls ihren „aha“-Moment. Es geht dabei aber nicht nur darum ‚mobile’ in den Unternehmen einzuführen. Es ist weitaus grösser!

Denken Sie daran was heute mit mobilen Geräten möglich ist. Die Form und die hochentwickelten Funktionen von Smartphones haben zu Geschäftsmodellen geführt an die wir vor ein paar Jahren gar nicht denken konnten. Beispielsweise ‚Uber’. Uber wurde möglich weil sie alle physischen und logischen Umgebungsdaten automatisch erfassen (sensorification) und dann mit einem mobilen und freundlichem User Interface (UI), koppeln.

Diese “sensorification” wird sich in den Enterprises niederschlagen.

Die Benutzeroberflächen von grossen Unternehmensapplikation sind in beklagenswertem Zustand und weit hinter dem Standard der in anderen Bereichen gilt. All diese gut verstanden Bewegungen die wir von unserem täglichem Smartphone gebrauch her kennen, pinch, zoom, swipe, tap, sprechen und verschieben von Objekten mit unseren Fingern, hat seinen Einzug in die Unternehmen noch nicht gehabt. User Interfaces waren in der Regel das Letzte an das man gedacht hatte wenn man eine neue Unternehmensdatenbank erstellt hat. Das ändert sich aber gerade.

Aber wo kommen die Sensoren ins Spiel? Denken Sie dabei an die Smartphones. Da gibt es nicht viel Platz auf den Bildschirmen und fast keine Funktionstasten an den Geräten. Die Sensoren sind lediglich Abkürzungen zu Informationen die der Benutzer nicht eingeben muss. Statt bei Uber jedes Mal meinen Standort manuell einzutippen misst mein Smartphone meine Position selber. So kann die App schon zu beginn kontextbezogenen Informationen bereitstellen. Für Unternehmen kann das zum Beispiel bedeuten, dass nicht mehr, oder weniger, getippt, gesucht, gespeichert, verschlagwortet und recherchiert werden muss. Aber das reicht natürlich nicht. Und hier hilft uns jetzt Microsoft mit ihrer HoloLens.

Unternehmensinformationen im benötigten Kontext und im drei dimensionalen Raum mit Kollegen bearbeiten wäre bereits eine Krönung. Die HoloLens Brille, vollgestopft mit Sensoren und Anbindungen an die Firmendaten wird uns neue Sichtweisen auf unsere Firmendaten und neue Formen der Zusammenarbeit bringen. Sie wird die User Interfaces revolutionieren, die Zukunft der Arbeit neu definieren und die klassischen Intranets und Applikation abschaffen.

Wer sich also fragt was nach der „Consumerization of IT“ kommt, kann mit grosser Sicherheit behaupten: “Es wird die “Sensorification of Enterprises” sein“! Und wen man Microsofts Vision der HoloLens glauben darf, wird dieser Trend unsere Welt nachhaltig verändern. Und bei aller Kritik, das glaube ich auch!

 

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.