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Web of Un-Trust – Zitat Ende – Sharepocalypse 38

sharepocalypse_38_wout Journalisten erhalten persönliche Daten von Millionen Deutschen als „kostenlose Probe“. Die Digitalwirtschaft wehrt sich; 360°-Sicht auf den Kunden und ‚predictive Analytics’ haben doch nichts mit Ausspähen zu tun! In der Zwischenzeit verteilt Google Malware via Werbung.

Web of Un-Trust

Die detaillierten Daten zum Surfverhalten von Millionen Deutschen, auf die NDR-Reporter Zugriff haben, von der beliebten Browser-Erweiterung Web of Trust (WOT). Die von WOT gesammelten Daten sind, entgegen den eigenen Privacy-Bedingungen sehr einfach konkreten Personen zuzuordnen gewesen und hätten intimste Details aus deren Leben verraten. Rekonstruiert haben sie etwa Details zu laufenden polizeilichen Ermittlungen oder zu sado-masochistischen Vorlieben eines Richters, aber auch die internen Umsatzzahlen eines Medienunternehmens und Internetsuchen zu Krankheiten, Prostituierten und Drogen. Zu einem Manager aus Hamburg habe man einen Link zu einem von ihm genutzten Cloud-Speicher gefunden, über den Kontoauszüge, Lohnabrechnungen, eine Kopie des Personalausweises und mehr einsehbar waren. Es gibt vermutlich auch wenig politische Interesse, solche Datensammlungen zu unterbinden. Da hat man doch jederzeit einen netten Vorrat an Daten, mit denen man politische Gegner auch mal mundtot machen kann.

„Der Datenschutz darf nicht die Oberhand gewinnen.“

 Zitat Angela Merkel 

Eine „Big Data“ Scheinfirma genügt vollkommen, und man hat, was man braucht. Was man per Geheimdienst und Bundestrojaner nicht bekommen darf, bekommt man dagegen (vermutlich weniger) Geld frei Haus geliefert.

Digitalwirtschaft wehrt sich gegen pauschalen Spähverdacht

Nutzer massiv ausspionieren, gehörten nicht zu den Geschäftsmodellen der hiesigen Digitalfirmen, heißt es nun von der Online-Marketingbrache (Bundesverbands digitale Wirtschaft). Online-Marketing dürfe nicht generell in Verruf kommen. Allerdings sprichen andere Artikel eine ganz andere Sprache. 360°-Sicht auf den Kunden/Nutzer, predictive Analytics, usw. hört sich für mich ziemlich gläsern und vor allem sehr ‚pauschal’ an!

Reaktionen:

Malware für Mac-Nutzer per Google-Anzeige verteilt

Wer von MacOS aus bei Google nach dem Browser Chrome suchte, bekam unter Umständen bezahlte Links zu Schadsoftware präsentiert. Das berichtet das Sicherheitsunternehmen Cylance. Der Vorfall zeigt einmal mehr das jeder immer und überall im Internet das Recht und Möglichkeit haben muss AdBlocker einzusetzen, da man sich ohne in unnötige Gefahr begibt.

„AdBlocker sind digitale Selbstverteidigung“

AT&T-Skandal

Der US-Provider AT&T verdient angeblich an Überwachung der eigenen Kunden. AT&T hat eine eigene Software geschrieben, um für US-Ermittler und gegen Bezahlung die immensen Datenmengen über die eigenen Kunden durchsuchen zu können. Das sollte aber möglichst geheim bleiben. Dieses Verhalten würde mich auch bei der Deutschen Telekom oder der Schweizer Swisscom nicht verwundern. Solange Franken bzw. Euro fließen tun die sicher alles. Wenn es dann herauskommt fällt der Spruch: „Wir haben nur die Auflagen der Behörden erfüllt.“

Diverses

Update

Alternative Links zum Podcast

In iTunes, oder auf Spreaker:   Listen to „SPCY038 Web of Un-Trump – Zitat Ende“ on Spreaker.

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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