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Zweites Futur bei Sonnenaufgang – SharePocalypse 49

Ich habe nichts zu verbergen – Englische Kinderporno-Ermittler verdächtigen letztes Jahr 24 Unschuldige wegen Tippfehler. Nur paranoide Spinner kleben ihre Kamera ab – Smartphone-Spiele belauschen Nutzer. Online = unkntrollierbar – Eos-Inkassogruppe hat große Mengen sensibler Daten von Schuldnern in unbefugte Hände fallen lassen.

Start ins neue „SharepoCalypse“-Jahr mit einem Rückblick auf den 34C3, Datenlecks aus der Schweiz, Blockchain, Tippfehlern und deren verhängnisvollen Folgen und Dö-Dudl-Dö – zweites Futur bei Sonnenaufgang.

34C3 Videos

Tippfehler bei IP-Adressauflösung: Britische Kinderporno-Ermittler verdächtigen zu oft Unschuldige

Aus der Serie ‚I told you so‘, ein Beispiel für die „Ich habe nichts zu verbergen“-Trotteln. Es kann jeden treffen:

In einer Reihe von Fällen wurden 2016 Menschen in Großbritannien von Polizisten befragt oder festgenommen, weil sie wegen Tippfehlern als Verdächtige aus Telekommunikationsüberwachungen hervorgingen. Die Folgen seien „entsetzlich“.

Das ‚Operation Ore‚ Desaster von 1999. Damals ging es auch um KiPo, aber nicht um IP-Adressen, sondern um Kreditkartendaten. Die waren teilweise gestohlen, so dass Unschuldige ins Visier gerieten. Die Listen wurden dann auch noch öffentlich gemacht.
Ergebnis: 33 Suizide, davon einige Unschuldige.

Inkasso-Sicherheitsleck offenbart Daten von über 33.000 Schuldnern

Aus der Serie ‚I told you so‘, ein weiteres Beispiel für die „Was einmal online ist, ist nicht mehr kontrollierbar.“ Es kann jeden treffen!

Der schweizerische Zweig der Eos-Inkassogruppe hat große Mengen sensibler Daten von Schuldnern in unbefugte Hände fallen lassen. Namen, Adressen, die Höhe von Schuldensbeträgen und sogar Krankenakten waren durch das Datenleck zugänglich.

Egal wievele Gesetze bzgl. Datenschutz, Patienten oder- Finanzdaten etc. es gibt oder geben wird, das ist nur wieder eine weiteres Beispiel dafür was wirklich abgeht.

Was einmal in irgendeiner Weise online ist – entweder direkt eingegeben oder eingescannte Ausdrucke – ist halt nicht mehr kontrollierbar. Und solange niemand – wie bei diesem „Hack“ hier – erwischt wird, interessiert es keinen. Das Geschäftsmodell bestimmt was geht.

Smartphone-Spiele belauschen Nutzer

Aus der Serie ‚I told you so‘, ein Beispiel für die „Nur paranoide Spinner kleben ihre Kamera ab“-Trotteln. Es kann jeden treffen:

Eine in Spiele-Apps integrierte Funktion spioniert über das Mikrofon des Smartphones Nutzer darüber aus, welche Werbespots und Sendungen sie im Fernsehen anschauen.

Schließlich dürfte auch das kürzlich von Apple aufgekaufte Unternehmen Shazam ins Visier geraten, da es angeblich Alphonso bei der Identifikation unterstützt, Bestätigen wollte dies Shazam nicht. Ende 2016 hatte Shazam auf der Internet Of Things World Europe bekanntgegeben, verstärkt auf ortsbezogene Werbung setzen zu wollen

Und einmal mehr gehts um Werbung! Diese ungehemmte Penetranz, mit der einem dieser Scheiß in jedem Lebensbereich ungefragt auf den Pelz rückt, wird immer schlimmer.

Und dann wundern sich Werbetreibende, dass immer mehr Nutzer Maßnahmen dagegen ergreifen.

Diverses

 

Autor: Christoph Müller

Christoph Müller ist Consultant, Blogger und Podcaster rund ums Thema SharePoint, Digital Transformation, Cloud, Mobile und Netzpolitik.

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